Diagnostische und interventionelle Radiologie

Interventionelle Radiologie

Heutzutage werden sehr viele Eingriffe durch interventionelle Radiologen in sogenannter "Schlüssellochtechnik", also minimalinvasiv, durchgeführt.

Neben der Gefäßaufweitung und der Stentimplantation können z.B. auch Tumore und Blutungen mittels Embolisation/Coiling behandelt werden.

Embolisation/Coiling

Durch eine Embolisation können spezielle Gefäße künstlich verschlossen werden. Über eine Punktion der Leiste kann man über die Leistenarterie in das gewünschte Gefäß vorgehen.
Unter Durchleuchtungskontrolle führt man in dieses Gefäß kleine Kunststoffpartikel oder eine spezielle zähe Flüssigkeit ein und verschließt somit dieses Gefäß.
Eine weitere Möglichkeit, um Gefäße zu verschließen, ist das sogenannte Coiling. Coils sind kleine Metallbänder, die sich aufrollen können.
Bei einem blutenden Gefäß oder einer Gefäßveränderung (zum Beispiel ein Aneurysma) werden soviele kleine Coils eingebracht, bis die Blutung oder die Gefäßveränderung verschlossen ist.

Gutartige und bösartige Tumore

Man kann sowohl gutartige Tumore (zum Beispiel Uterusmyome, Prostatahyperplasie) als auch bösartige Tumore (zum Beispiel das Hepatocelluläre Carcinom der Leber) behandeln. 

Gutartige Tumore wie Uterusmyome oder auch die gutartige Prostatavergrößerung können durch ihr Wachstum einen hohen Leidensdruck bei den Patienten auslösen.
Durch eine Prostatavergrößerung entstehen häufig Probleme beim Wasserlassen, häufiges nächtliches Aufstehen und ein erhöhtes Infektionsrisiko der Harnblase durch Restharn. Unsere spezielle Prostatadiagnostik gibt Aufschluss über den Krankheitsfortschritt.
Große Uterusmyome können durch Druck auf die Harnblase einen ständigen Harndrang auslösen, aber auch Schmerzen im Unterbauch und Probleme bei der Darmentleerung können zu den Symptomen zählen.

Bei der Behandlung von gutartigen Tumoren oder der gutartigen Prostatavergrößerung steht vor allem das Größenwachstum dieser im Vordergrund.
Durch Embolisation der Blutgefäße können diese nicht mehr weiterwachsen und im besten Fall verkümmern sie und werden deutlich kleiner. 
Weitere Informationen auf Wikipedia zu Uterusmyomen

Bösartige Tumore wie zum Beispiel das Hepatocelluläre Carcinom (HCC) der Leber oder Lebermetastasen können in manchen Fällen nicht operativ entfernt werden oder der Tumor spricht auf die intravenöse systemische Chemotherapie nicht an.
Hier können wir speziell das zuführende Gefäß des Tumors aufsuchen und das Chemotherapeutikum direkt in den Tumor einführen. Zusätzlich wird im Anschluss das Gefäß verschlossen, um dem Tumor die Blutzufuhr abzuschneiden und somit ein Wachstum zu verhindern und ihn bestenfalls zu beseitigen.
Dieser Eingriff nennt sich Trans-arterielle Chemo-Embolisation (TACE).

Blutungen

Blutungen können zum einen durch Unfälle und Verletzungen von Organen, Gefäßveränderungen, aber auch als seltene Komplikation nach einer Operation auftreten.
Bei einer auf normalem Wege unstillbaren Blutung gibt es die Möglichkeit, das blutende Gefäß von innen aufzusuchen und dieses direkt zu verschließen.
Der Verschluss erfolgt über die sogenannte Embolisation oder das Coiling.