Zentrum für Schilddrüsenchirurgie

Die Nebenschilddrüsen

Die Nebenschilddrüsen sind für die Regulation des Calcium- und Phosphathaushalts im Körper zuständig.

In der Regel haben Menschen vier Nebenschilddrüsen. Sie sind wegen ihrer Lage oberhalb der Schilddrüse so benannt, haben aber komplett andere Funktionen. Sie produzieren das Hormon Parathormon. Es beeinflusst zudem den Vitamin D-Stoffwechsel. Außerdem stellen die Nebenschilddrüsen zum geringen Teil Calcitonin her, das den Blut-Kalzium-Spiegel steuert.

Diagnosemöglichkeiten einer Funktionsstörung

Analyse der Blutwerte

Die Diagnose einer Funktionsstörung der Nebenschilddrüsen wird rasch und unkompliziert durch eine Analyse des Blutes mit Bestimmung von Kalzium, Phosphat und dem Parathormon gestellt. Dabei weisen die die verschiedenen Wertekonstellationen der Blutparameter entweder auf einen primären, sekundären oder tertiären Hyperparathyreoidismus. Natürlich kann auch die Unterfunktion der Nebenschilddrüsen durch Analyse der Laborparameter leicht festgestellt werden.

Ultraschalluntersuchung

Das mit Abstand wichtigste bildgebende Untersuchungsverfahren ist die
Nebenschilddrüsensonographie. Dabei erzeugt der von außen über den Hals geführte Schallkopf strahlungsfreie hochauflösende Bilder. Dies lässt Rückschlüsse auf Anzahl, Größe. Lage, Form und Gewebebeschaffenheit der Nebenschilddrüsen zu. Mit unseren hochauflösenden Geräten können Nebenschilddrüsen bereits ab einer Größe von wenigen Millimeter erkannt werden.

(BILD)
Die Ultraschalluntersuchung der Halsweichteile ist strahlungsfrei und liefert hochauflösende Bilder der Nebenschilddrüsen

Die Untersuchung ist nicht mit Nebenwirkungen verbunden und kann daher beliebig oft wiederholt werden.
Üblicherweise werden bei der Sonographie krankhafte Veränderungen der Nebenschilddrüse wie Adenome hinsichtlich ihrer Größe in Millimeter (mm) angegeben.

Nebenschilddrüsenszintigraphie

Dies ist eine nuklearmedizinische Untersuchung. Radioaktiv markiertes Technetium 99 m-Sestamibi reichert sich bei Gabe sowohl in den Schilddrüsen- und deutlich mehr in den Nebenschilddrüsen an. Dieses Verhalten der Markersubstanz kann zur Lokalisation der Nebenschilddrüsen verwendet werden. Insbesondere bei wiederkehrender Überfunktion nach einer inkompletten Entfernung erkrankten Gewebes kann das erneut aktive Gewebe lokalisiert werden.

Auch atypisch gelegene Nebenschilddrüsenadenome, wie z.B. hinter dem Brustbein können somit zweifelsfrei aufgefunden werden.

Radioaktive Strahlung ausgehend von der Markersubstanz werden von einer Spezialkamera erfasst und mit Hilfe eines Computers in Bilder umgerechnet.

Man kann nun die erkrankten aber auch normalen Nebenschilddrüsen als leuchtende Punkte auf einem schematischen Bild erkennen.

 
(BILD)
Technetium-99 Sestamibi-Scan mit Darstellung von Nebenschilddrüsengewebe in den Halsweichteilen