Onkologisches Zentrum

Der Operateur, der auch Mut zuspricht

(08.05.2026)

Chefarzt Dr. Carsten Scholz, Leiter des Gynäkologischen Krebszentrums am Klinikum St. Elisabeth Straubing, erläutert die Diagnostik und komplexe operative Behandlung von Eierstockkrebs im Rahmen der spezialisierten Versorgung im Klinikum.

Der Welteierstockkrebstag am 8. Mai rückt die Versorgung der Patientinnen mit dieser seltenen, aber sehr aggressiven gynäkologischen Krebsart in den Mittelpunkt. Da die Beschwerden oft spät auftreten und unklar sind, wird die bösartige Erkrankung häufig erst in fortgeschrittenem Stadium erkannt. Wir sprachen mit einer betroffenen Patientin, die von Chefarzt Dr. Carsten Scholz vom Klinikum Straubing vor etwa eineinhalb Jahren erfolgreich operiert wurde, wie sie ihre Erkrankung bemerkte, durchsteht und wie es ihr heute geht.

Sie habe fast keine Symptome gehabt, erinnert sich die Patientin. Auch die letzte gynäkologische Routine-Untersuchung im März 2024 sei unauffällig gewesen. Nur beim Radfahren sei ihr etwas aufgefallen: „Es war unangenehm, wenn ich in ein Schlagloch hineingefahren bin.“ Aufgrund eines „komischen Gefühls“ habe sie sich dann im Krankenhaus St. Hedwig in Regensburg vorgestellt und Ende 2024 die Diagnose Eierstockkrebs erhalten. Ein Freund habe den Kontakt zu Dr. Scholz, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe in Straubing, vermittelt.

„Dr. Scholz war mein Glück“, sagt die 48-Jährige. Und das in mehrfacher Hinsicht. Sie habe beim Leiter des Gynäkologischen Krebszentrums innerhalb von nur zwei Wochen einen OP-Termin bekommen. Dies hätte ansonsten nicht geklappt – die anderen kontaktierten Ärzte hätten die OP nicht durchführen können oder wollen und zeitnah wäre es sowieso nicht möglich gewesen. Insbesondere mit Dr. Scholz und mit dem Verlauf der Operation im Dezember 2024 im Klinikum Straubing ist die Patientin sehr zufrieden. „Dr. Scholz mit seiner großen Erfahrung ist für mich der beste Arzt.“ Er habe sie nicht nur super operiert, sondern stets auch mental gestärkt. Anders als andere Ärzte, die ihr eher Angst machten, habe Dr. Scholz ihr Mut zugesprochen. Sie sei ihm daher sehr dankbar. „Er ist vom Gefühl her mein Lebensretter.“ 

Es sei eine anstrengende Zeit gewesen, blickt die Patientin auf die Zeit nach der Operation zurück. „Ich war aber sehr ehrgeizig und habe geschaut, dass ich in Bewegung bleibe.“ Spazierengehen oder Radfahren hätten ihr immer gutgetan. „Bewegung war der Schlüssel. Ohne Bewegung hätte ich es nicht geschafft.“ Sechs bis acht Wochen nach der Operation habe die Chemotherapie begonnen – sechs Einheiten im Abstand von drei Wochen. Jetzt mache sie noch eine Hormontherapie und sei bisher tumorfrei.

„Solange ich tumorfrei bin, geht es mir erstmal gut“, beschreibt die Patientin, wie sie sich heute fühlt. Natürlich habe die Chemotherapie Spuren hinterlassen und so eine Krebserkrankung verändere den Menschen. Doch solange der Tumor nicht zurückkehre, könne sie mit allen Nebenwirkungen, die die Krankheit mit sich bringe, gut leben.

Fünfstündige Operation und komplexer Eingriff

Die Beschwerden bei Eierstockkrebs seien unklar, macht Dr. Scholz deutlich. Manche Patientinnen hätten lediglich Unterbauchbeschwerden. Der für Eierstockkrebs typische Tumormarker sei bei der 48-Jährigen aber deutlich erhöht gewesen. Nach der Vorstellung im Gynäkologischen Krebszentrum schlugen die Experten bei der interdisziplinären Tumorkonferenz vor, die Patientin zu operieren.

Die Operation dauerte fünf Stunden, sagt Dr. Scholz. Der von den Eierstöcken ausgehende Tumor war mit 16 Mal 6 Mal 5 Zentimeter sehr ausgedehnt und erfasste den gesamten Bauchraum. Es war Dr. Scholz zufolge notwendig, neben der Gebärmutter und den beiden Eierstöcken auch Anteile von Dünn- und Dickdarm sowie das komplette Bauchfell im Becken zu entfernen, außerdem weitere Organe und Strukturen wie Teile des Zwerchfells, große Bauchfell-Anteile, die komplette Milz sowie das gesamte sogenannte große Netz. „Letztendlich konnten alle sichtbaren Tumorbereiche komplett beseitigt und somit das Ziel des Eingriffs erreicht werden.“ Die Patientin habe sich schnell und gut erholt.

Eierstockkrebs ist in Deutschland mit jährlich circa 7.400 Neuerkrankungen deutlich seltener als Brustkrebs (circa 70.000 Neuerkrankungen pro Jahr), stellt aber mit 5.500 Todesfällen die häufigste gynäkologische Krebstodesursache dar. Bei rund 25 Prozent der Betroffenen besteht eine familiäre Belastung. Hochrisikopatienten könne eine prophylaktische Entfernung der Eierstöcke und Eileiter angeboten werden, sagt Dr. Scholz. Vorsorgeuntersuchungen wie beispielsweise die Mammographie bei Brustkrebs gibt es für Eierstockkrebs nicht.

Aufgrund der meist späten Diagnosestellung von Eierstockkrebs – wenn der Tumor sich bereits im gesamten Bauchraum ausgebreitet hat – stellt die Operation eine Herausforderung dar. Diese sollte nach Ansicht von Dr. Scholz nur an von der deutschen Krebsgesellschaft zertifizierten Gynäkologischen Zentren erfolgen wie es seit 2017 auch am Klinikum St. Elisabeth Straubing unter seiner Leitung bereits etabliert wurde. -urs-