Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie

Sprunggelenkbruch (Sprunggelenksfraktur)

Ein Sprunggelenkbruch ist ein Bruch des Innen- und/oder Außenknöchels am oberen Sprunggelenk. Hierbei handelt es sich um einen der häufigsten Knochenbrüche, bei dem meist der Außenknöchel betroffen ist. Gelegentlich tritt ein kniegelenksnaher Wadenbeinbruch (= Maisonneuve-Fraktur) als Begleitverletzung auf. Dieser darf keinesfalls übersehen werden.

Klassifikation

Sprunggelenksbrüche können nach Weber eingeteilt werden. Er hatte die Brüche des Außenknöchels nach ihrem Standort bezogen auf die Syndesmose (= eine sehr feste Bandverbindung zwischen Schien- und Wadenbein, direkt oberhalb des Gelenkspaltes) klassifiziert.

  1. Weber A: Außenknöchelfraktur unterhalb der Syndesmose (Syndesmose immer intakt)

  2. Weber B: Außenknöchelfraktur auf Höhe der Syndesmose (Syndesmose möglicherweise verletzt)

  3. Weber C: Außenknöchelfraktur oberhalb der Syndesmose (Syndesmose immer verletzt)

Alle Formen können mit oder ohne Innenknöchelbruch auftreten. Ein isolierter Innenknöchelbruch ist selten.

Typische Ursache

Häufigste Ursache von Sprunggelenksbrüchen ist das Umknicktrauma (Distorsionstrauma). Beispielsweise beim Laufen auf unebenem Grund, bei einem aprupten Richtungswechsel oder einem falschen Aufkommen nach einem Sprung kann der Fuß umknicken, was eine Knöchelfraktur bewirken kann. Aber auch ein Sturz aus geringer Höhe kann einen Sprunggelenkbruch auslösen. Sehr viel seltener hingegen ist ein direktes Trauma die Ursache.

Symptomatik

Der Sprunggelenksbruch ist mit verschiedenen Beschwerden verbunden. Kennzeichnend sind Schmerzen, eine Schwellung und eventuell ein Bluterguss. Weitere Hinweise sind Bewegungseinschränkung und Belastungsunfähigkeit. Beim Verrenkungsbruch treten Instabilität, sichtbare Fehlstellung und möglicherweise Gefühlsstörungen im Fuß auf.

Diagnostik

Die Diagnose beginnt mit der Befragung des Patienten. Aufgrund des typischen Verletzungsmechanismus können erste Hinweise auf einen Sprunggelenksbruch hindeuten. Es folgt die körperliche Untersuchung. Der Arzt bestimmt durch Inspektion und Abtasten den Standort des Bruchs. Er prüft Bandstabilitäten sowie Gefäß- und Nervenverletzungen. Die Röntgenuntersuchung von Sprunggelenk und gesamtem Unterschenkel bestätigt die Diagnose. Bei fraglichen Röntgenbefunden und zur OP-Planung kann eine ergänzende Computertomographie (CT) nötig sein. Mit der Kernspintomographie (MRT) können bei Bedarf Bandverletzungen abgeklärt sowie Weichteile und Knorpel beurteilt werden.

Behandlung

Allgemein entscheiden die Art des Knochenbruchs (offen/geschlossen, verschoben/unverschoben) und die Weber-Klassifikation über den Behandlungsweg.

Bei einem Sprunggelenksbruch mit Ausrenkung des Sprunggelenkes sollte die Fehlstellung so früh wie möglich, möglicherweise noch am Unfallort, durch den Notarzt behoben werden, um Druckschäden der Weichteile (Haut, Nerven, Gefäße) durch die Knochenfragmente zu vermeiden.

Nicht operativ (konservativ)

Bei geschlossenen Weber A– und Weber B-Brüchen mit unverschobenem Bruch und ohne Syndesmose-Verletzung besteht die Möglichkeit, den Sprunggelenksbruch mit Gips für etwa 6 Wochen ruhigzustellen. Bei Weber B-Brüchen empfehlen wir allerdings eine operative Stabilisierung, da eine gipsfreie Nachbehandlung und frühere Belastungsmöglichkeit ein besseres Endergebnis ermöglicht.

Operativ

Alle anderen Sprunggelenksbrüche müssen operiert werden. Das heißt, wenn die Brüche offen sind, wenn sie verschoben sind, wenn die Syndesmose verletzt ist sowie Gefäß- und Nervenverletzungen vorliegen.

Die operative Versorgung besteht aus einer Korrektur der Fehlstellung des Bruchs (geschlossene oder offene Reposition) und Verschraubung oder Verplattung der Knochenbrüche (Innenknöchel: meist Schrauben, Außenknöchel: meist Schrauben und Platte). Eine Verletzung der Syndesmose wird mit einer Bandnaht behandelt (eventuell auch Schrauben/ Bandersatz zur Stabilisierung der Syndesmose).