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Wieder weniger Straubinger Kindl

(05.08.2026)

Geburtenstatistik des Klinikums St. Elisabeth: Geburtenzahlen rückläufig wie bundesweit, Rückgang vor Ort stärker – Neu: Im August startete Tele-Neugeborenen-Notarzt-Dienst zur Unterstützung in Notfällen

Auch 2025 konnte sich das Klinikum St. Elisabeth nicht gegen den allgemeinen Geburtenrückgang behaupten. 2025 kamen in Straubing 562 Kinder (2024: 634 Kinder) – 284 Mädchen und 278 Buben – zur Welt. Die Geburtenrate in Deutschland fällt auf 1,32 Geburten pro Frau und damit auf den tiefsten Stand seit 1997, präsentierte Dr. Carsten Scholz, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, die Geburtenstatistik für 2025 im Rahmen der Perinatalkonferenz. 

Weniger Geburten auch bayern- und deutschlandweit

Die Bereitschaft, Kinder zu kriegen, nehme deutschlandweit ab, betonte Dr. Scholz. Der Rückgang der Straubinger Geburtszahlen im Klinikum liegt dabei leicht über dem bayern- und bundesweiten Trend. Nach einer Prognose des Landesamts für Statistik für Bayern wird bis 2044 eine deutlich steigende Zahl an Sterbefällen einer stagnierenden Zahl an Geburten gegenüberstehen. Die Zahl der Sterbefälle liegt dann etwa um 50.000 über der Zahl der Geburten.

Zwei Drittel der Geburten spontan, ein Drittel Kaiserschnitte

Die Mehrzahl der Mütter ist zum Zeitpunkt der Entbindung zwischen 26 und 30 (168) oder 31 und 35 Jahre (193) alt. Die meisten Babys wiegen zwischen 3.000 und 4.000 Gramm. Von 562 Geburten waren 375 spontan und 187 Kaiserschnitte. Die drei häufigsten Indikationen für Kaiserschnitt waren ein oder mehrere vorausgegangene Kaiserschnitte, ein Wunsch-Kaiserschnitt oder Geburtsstillstand. Die Kaiserschnittrate ging von 38 Prozent (2024) auf 33 Prozent (2025) zurück und liegt damit im bundesdeutschen Mittel. Die hohe Kaiserschnittrate stehe bei ihrer Veröffentlichung stets in der Kritik, sagte Dr. Scholz. Doch aufgrund von Faktoren wie ältere und übergewichtige Schwangere, Mehrlingsgeburten und Krankheiten wie Diabetes falle die Entscheidung zunehmend für den Kaiserschnitt, zitierte der Chefarzt das Ärzteblatt. 

Schmerzlindernde Periduralanästhesie sehr gefragt

Die Saugglockengeburt stieg im Berichtszeitraum auf 7,12 Prozent (von 4,26 Prozent) an. Um weniger Schmerzen zu haben, erhielten fast 40 Prozent der Schwangeren (2024: 39 Prozent) eine Periduralanästhesie. Diese Art der Schmerzlinderung steigt seit 2019 kontinuierlich an. Sowohl der Dammschnitt als auch der Dammriss gingen im vergangenen Jahr zurück. 57 Prozent der Mütter waren deutsch, knapp 40 Prozent waren nicht deutsch, drei Prozent machten keine Angaben. Die Schwangeren anderer Nationalitäten kamen am häufigsten aus Rumänien (neun Prozent), Syrien (5,7 Prozent) und dem Kosovo (4,6 Prozent). 

Besprechung ausgewählter Fälle mit Experten benachbarter Kliniken

Neben Fachvorträgen wurden bei der Perinatalkonferenz auch ausgewählte Fälle des vergangenen Jahres aus geburtshilflicher und neonatologischer Sicht besprochen, bei denen eine interdisziplinäre Behandlung sowohl am Klinikum St. Elisabeth als auch an der Klinik St. Hedwig Regensburg oder am Donau-Isar-Klinikum Deggendorf erfolgte.

Meilenstein: Tele-Neugeborenen-Notarzt-Dienst gestartet

Ein wichtiger und sehr innovativer Meilenstein in der ohnehin engen Verzahnung mit dem Perinatalzentrum in Regensburg starte am 1. August – der Tele-Neugeborenen-Notarzt-Dienst (Tele-NNAD), gab Dr. Scholz bekannt. Der Tele-NNAD soll die wohnortnahe moderne Geburtshilfe jenseits der Ballungsgebiete weiter stärken. Über eine 24/7 bereitstehende telemedizinische Anbindung an das Perinatalzentrum der Klinik St. Hedwig Regensburg kann die Straubinger Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe bei eventuell auftretenden Problemen im Kreißsaal oder auch auf der Wochenstation innerhalb weniger Minuten die Kinderärzte und Neonatologen der Hedwigsklinik beratend hinzuziehen. Zum Einsatz kommt dabei ein hochmodernes audiovisuelles System, welches von den Kinderärzten in Regensburg gesteuert wird. Die zusätzliche wichtige Anschaffung eines zusätzlichen mobilen Kamerasystem für die notfallmäßige Versorgung auf der Wochenbettstation war dabei nur durch die großzügige Unterstützung des Fördervereins des Klinikums möglich.

Mit dem Tele-NNAD reagiert die Geburtshilfe im Klinikum Straubing auch auf die immer schärfer werdenden gesetzlichen Rahmenbedingungen, die einen Betrieb einer Geburtshilfe immer schwieriger machen.

High-Level-Expertise für Versorgung der Neugeborenen

„Somit ist innerhalb kürzester Zeit High-Level-Expertise verfügbar, die entscheiden kann, ob die Verlegung eines Neugeborenen notwendig ist oder eine Versorgung vor Ort erfolgen kann“, so Dr. Scholz. Tele-NNAD ist ein Projekt des Freistaates. Insgesamt werden bayernweit 21 Geburtskliniken eingeschlossen. -urs-

Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe