Medien

Wider den Blues

(18.11.2025)

Die Schlenkerer begeistern im Benefizkonzert des Fördervereins für das Klinikum

Ein hektischer Tag. Stress. Ärger. Dann noch Nebelsuppe. „Luja sag i.“ Auf den Sitzplatz sinken, tief durchatmen, all das hinter sich lassen und einlassen auf „Luja“, das Programm der „Schlenkerer“, fünf Bläser-Profis besonderen Kalibers und mit ordentlich Lokalkolorit. Sie haben am Donnerstagabend im Markmillersaal vor ausverkauftem Haus ein Benefizkonzert gegeben, dessen Erlös dem Förderverein des Klinikums und damit in der Folge dem Klinikum selber zugutekommt. Klinikum-Geschäftsführer Dr. Martin Baumann bedankte sich dafür herzlich. Die Motivation der Schlenkerer? „Wenn’s eich amoi dawischt, dann geht’s da hi, des is a guader Ort“, sagt Dominik Glöbl, den es schon amoi dawischt hat und der nach eigenen Worten im Klinikum beste Erfahrungen gemacht hat.

Als er mit den Schlenkerern ein Benefizkonzert angeboten hat, hat Vereinsvorsitzende Ursula Urban zugegriffen und mit ihrem Team generalstabsmäßig organisiert. „So viel Kontakt zu einem Veranstalter hatte ich noch nie“, bekannte Glöbl schmunzelnd. Ursula Urban selber war ebenfalls in Person die beste Werbung fürs Klinikum: Zehn Tage nachdem sie dort ein künstliches Kniegelenk implantiert bekommen hat, hat sie auf der Bühne die Gäste willkommen geheißen zum 228. Konzert „Straubinger musizieren für Patienten“.

Passend zum Kontext könnte man nach diesem Abend sagen, die Schlenkerer sollte es auf Rezept geben. Als das Publikum nach mehreren Zugaben den Saal verließ, wurde unisono frohlockt, kein grantiges „Luja, sag i.“ Stress, Ärger, Nebelsuppe völlig egal geworden.

Es waren gut zwei Stunden mit einer Mixtur, Fusion sagt man heutzutage, ganz unterschiedlicher Stile, die verblüffend harmonisch herüberkam. Dominik Glöbl hat es so formuliert: Die einen sagen „Wow“ bei Jazz, die anderen danach immerhin „Kann man sich wirklich anhören“. Ziel mehr als erreicht.

Es gab erst mal wohltuend Traditionelles, dann swingende, herrlich groovende Jazz-Rhythmen, einen Schlenker in den Schlager (samt mitsingendem Publikum), zurück zum Walzer – das Allermeiste aus eigener Feder. Zwischen Laberweinting, Holledau und Mississippi. Es ist Blasmusik ohne Humtata, mit Schmelz, mal zart, mal temperamentvoll, mal melancholisch, mal übermütig. Fünf Bläser, die sich blind verstehen, fünf Instrumente, die sich blind verstehen. Könner ohne Dünkel. Klang-Präzision ist hier kombiniert mit der seltenen Gabe, Musik so unmittelbar wirken zu lassen, als werde gerade aus purer Lust Hausmusik im Freundeskreis gemacht. Dazwischen witzige, ungekünstelte Moderationen von Dominik Glöbl und Fritz Winter. Lebensnah, bodenständig, sympathisch. Es gab Einblicke in die Fernsehabende als Kind bei Oma und Opa, mit Pommes, Chips und Musikantenstadel. Und Schlenker ins Musikergemüt, das am Tag nach dem Konzert mit dem Alltags-Blues konfrontiert ist – Terrassenmöbel wegräumen, in den Wertstoffhof fahren. Und dann ging es noch um späte Vaterfreuden. Fritz Winters Pointe: Seine Freude über die glückliche Geburt von Söhnchen Johannes Josef hat er Kollege Christian Höcherl mitgeteilt. Der hat sich prompt zurückgemeldet, er sei am selben Tag auch Vater geworden, von Zwillingen. Und die heißen Johannes und Josef. Kein Schmarrn! Was für ein schöner Abend.

Quelle: Monika Schneider-Stranninger, Straubinger Tagblatt vom 15.11.2025

Verein der Freunde und Förderer des Klinikums