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Meilenstein für die Region: Klinikum sichert beste Schlaganfallversorgung – Zeit ist Hirn
V. l.: Klinikums-Geschäftsführer Dr. Martin Baumann, Chefärztin Bernadette Amann-Neher und Prof. Dr. Stephan Schleder vor der neu installierten Angiographie-Anlage, auf der das Klinikum Straubing nun offiziell Schlaganfall-Patienten überregional interventionell behandeln kann. Das Klinikum ist damit als überregionale Stroke Unit zertifiziert – eine von rund 150 Kliniken in Deutschland mit dieser hohen Spezialisierung – und stärkt damit die Schlaganfallversorgung in der Region entscheidend.
Das Klinikum St. Elisabeth Straubing hat einen weiteren, bedeutenden Fortschritt in der Versorgung von Schlaganfallpatienten erzielt: Die Klinik für Neurologie unter Chefärztin Bernadette Amann-Neher und die Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie mit Chefarzt Dr. Hannes Häuser haben gemeinsam die Zertifizierung als „überregionale Stroke Unit“ erfolgreich abgeschlossen. Damit setzt das Klinikum St. Elisabeth Straubing als eines von nur etwa 150 Kliniken der rund 1900 in Deutschland nun auch offiziell neue Maßstäbe in der überregionalen Versorgung von Schlaganfallpatienten „Dieser Schritt markiert einen Meilenstein für das Klinikum Straubing und die Patienten unserer Region“, erklärt Dr. Baumann. „Wir können neben der wohnortnahen auch die überregionale Versorgung anbieten, die in der Schlaganfallbehandlung höchste Qualität garantiert. Die Zeitersparnis im Notfall kann Leben retten und Folgeerkrankungen mindern. Das ist eine herausragende Leistung des Teams der Neurologie und Radiologie, auf die wir wirklich stolz sein dürfen – und zugleich eine große Besonderheit für unser Klinikum. Ich freue mich sehr über diesen Erfolg, der uns als Haus stärkt und den Menschen in der Region unmittelbar zugutekommt.“
Was bedeutet „überregionale Stroke Unit“?
Eine „Stroke Unit“ ist eine spezialisierte Station zur Behandlung von Schlaganfallpatienten, auf der rund um die Uhr fachkundige Versorgung durch ein interdisziplinäres Team und modernste Technik gewährleistet ist. Während eine „regionale“ Stroke Unit in der Regel das nähere Einzugsgebiet versorgt, ist eine „überregionale“ Stroke Unit auf ein deutlich größeres Versorgungsgebiet ausgerichtet.
Die Stroke Unit am Klinikum Straubing erfüllt diese Anforderungen bereits seit Jahren: Auch bislang wurden hier Patientinnen und Patienten aus einem weiten Umkreis umfassend, kompetent und auf höchstem Niveau versorgt – einschließlich komplexer und kritischer Fälle. Mit der aktuellen Zertifizierung als „überregionale Stroke Unit“ wird die bereits etablierte Versorgungsqualität nun offiziell bestätigt und die Rolle als überregionales Zentrum für Schlaganfallversorgung weiter gestärkt.
„Wir haben bereits hervorragende Arbeit geleistet und eine leistungsstarke Versorgungsstruktur aufgebaut. Mit der Zertifizierung als überregionale Stroke Unit wird uns nicht nur unser hohes medizinisches Niveau bestätigt, sondern wir zeigen auch, dass wir Patientinnen und Patienten weit über die regionale Grenze hinaus optimal versorgen – was die Prognose im Ernstfall deutlich verbessert“, sagt Chefärztin Bernadette Amann-Neher. „Besonders hervorheben möchte ich dabei die großartige Teamleistung, die nur durch die enge Zusammenarbeit von Ärzten, Pflegekräften und allen beteiligten Berufsgruppen möglich wurde.“
Aufnahme als Thrombektomie-Zentrum im TEMPiS-Netzwerk
Parallel zur Zertifizierung wurde das Klinikum Straubing vom Telemedizinischen Schlaganfallnetzwerk Südostbayern (TEMPiS) als Thrombektomie-Zentrum aufgenommen. Bisher war das Klinikum zwar als Thrombektomiezentrum durch das bayerische Gesundheitsministerium zugelassen aber noch nicht in das TEMPiS Netzwerk integriert. TEMPiS vernetzt 25 regionale Kliniken in Südostbayern telemedizinisch, um Schlaganfallpatienten bestmöglich zu versorgen und bei Bedarf auf die überregionalen Stroke Units zu verteilen.
Die cerebrale Thrombektomie ist ein modernes, lebensrettendes Verfahren, bei dem ein Blutgerinnsel im Gehirn mit einem dünnen Katheter durch einen interventionellen Radiologen oder Neuroradiologen entfernt wird. Es wurde bereits seit 2012 am Klinikum durch Chefarzt Dr. Häuser eingeführt. Nur wenige Kliniken in Bayern dürfen diese hochspezialisierte Therapie anbieten.
„Die Aufnahme in TEMPiS als Thrombektomie-Zentrum bestätigt unsere medizinische und technische Expertise“, erklärt Neuroradiologe Prof. Dr. Stephan Schleder (Geschäftsführender Oberarzt Diagnostische und Interventionelle Radiologie). „Wir können Patienten mit schweren Schlaganfällen direkt bei uns interventionell versorgen – schnell, präzise und ohne Umweg und jetzt auch überregional.“
Was ändert sich für die Region?
Durch die TEMPiS-Zugehörigkeit wird das Klinikum Straubing zur zentralen Anlaufstelle für akute überregionale Schlaganfallbehandlungen – nicht nur für die Stadt, sondern für die gesamte Region. Kliniken im Netzwerk überweisen ihre Patienten bei Bedarf nach Straubing. Damit wird die Schlaganfallversorgung noch intensivierter am Klinikum vorgehalten und langfristig gesichert.
Die Kombination aus überregionaler Stroke Unit und Thrombektomie-Zentrum macht Straubing zu einem der leistungsfähigsten Standorte für die akute Schlaganfallversorgung in Südostbayern – ein Gewinn für alle Betroffenen und ein starkes Zeichen für die Zukunft der regionalen und überregionalen Gesundheitsversorgung.

