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Hochmoderne Endoskopie-Abteilung im Klinikum Straubing - Olympus informiert
Seit einem Jahr erfolgreich im Einsatz
Hochmoderne Endoskopie-Abteilung im Klinikum Straubing - Teil 1
Ein Interview mit: Prof. Dr. med. Norbert Weigert Ärztlicher Direktor und Chefarzt I. Medizinische Klinik BARMHERZIGE BRÜDER Klinikum St. Elisabeth Straubing GmbH
Um auch in Zukunft höchsten Ansprüchen an Behandlungsqualität und Patientensicherheit entsprechen und den Mitarbeitern eine attraktive Arbeitsumgebung bieten zu können, wurden am Klinikum Straubing von 2019 bis 2025 umfangreiche Bauarbeiten durchgeführt. Schwerpunkte waren ein Erweiterungsbau mit einem neuen Eingangsbereich mit direkter Anbindung an ein neues Parkhaus und mit neuen Stationen für die Neurologie und die Intensivmedizin sowie umfassende Neubaumaßnahmen für die kardiologische und die gastroenterologische Funktionsdiagnostik. Nach intensiver Planungs- und 15-monatiger Bauphase wurde die hochmoderne Funktionsabteilung der I. Medizinischen Klinik mit ca. 600 qm Fläche im November 2024 offiziell in Betrieb genommen. Sie ist derzeit eine der modernsten Endoskopie-Abteilungen Deutschlands und kombiniert modernste Technik mit einem Ambiente, das Patienten und Besuchern Geborgenheit schenkt.
Herr Professor Weigert, geben Sie unseren Lesern einen Einblick in Ihre Abteilung. Wie viele Patienten behandeln Sie im Jahr? Wo liegen dabei Ihre Schwerpunkte?
Die I. Medizinische Klinik am Klinikum Straubing ist allgemein-internistisch orientiert und vertritt die Schwerpunkte Gastroenterologie, Diabetologie, Infektiologie sowie Hämatologie und Onkologie. In der Abteilung werden pro Jahr etwa 4.500 Patienten stationär versorgt. Ein wesentlicher Schwerpunkt der Abteilung liegt in der diagnostischen und interventionellen Sonographie und Endoskopie. In der Funktionsabteilung werden pro Jahr ca. 6.500 Sonographien sowie ca. 4.000 Gastroskopien, 3.600 Koloskopien, 400 ERCPs und 400 Endosonographien durchgeführt. Als spezielle Untersuchungsmethoden werden auch die Cholangioskopie, perkutane Gallenwegseingriffe (PTCD) und die Doppelballon-Enteroskopie sowie in geringer Frequenz auch die Mini-Laparoskopie durchgeführt. In den neuen Funktionsbereich ist außerdem ein Gastro-Labor für die Durchführung der HR-Ösophagus-Manometrie sowie der 24 Stunden-pH-Metrie mit Impedanzanalyse und der Kapselendoskopie integriert. Die Untersuchungszahlen sind seit der Inbetriebnahme der neuen Abteilung deutlich gestiegen. Eine besonders starke Zunahme zeigt sich bei den ambulant durchgeführten endoskopischen Eingriffen, die inzwischen mehr als die Hälfte der insgesamt durchgeführten Eingriffe ausmachen.
Sie arbeiten jetzt gut 10 Monate in Ihrer neuen Endoskopie. Wie gestaltete sich die Planungsphase? Inwieweit waren Sie und Ihre pflegerische Assistenz in die Gestaltung der neuen Abteilung einbezogen?
Den Baumaßnahmen gingen mehrjährige intensive Planungen voraus, in die sich auch die pflegerische Assistenz unter Leitung von Frau Tamara Probst von Anfang an sehr engagiert und fachkundig eingebracht hat. Die tolle Mitarbeit der pflegerischen Assistenz an der Planung und deren kritische Begleitung der Umsetzung der eingebrachten Ideen waren ein ganz entscheidender Erfolgsfaktor für das Gelingen der Baumaßnahmen. Die Assistenz hat häufig andere Perspektiven und andere Gewichtungen bei der Ablauf- und Raumgestaltung als der Untersucher. Ihre Vorschläge sollten daher auf jeden Fall adäquat berücksichtigt werden. Die Bauleitung und die Architekten haben von Beginn an die Vorstellungen und Ideen der Mitarbeiter in ihre Entwürfe aufgenommen und soweit als möglich auch umgesetzt. Die Bauleitung hat ihre Planungen mit großem Verständnis wiederholt dafür geändert, um sie den Bedürfnissen der Patienten und auch der Mitarbeitenden optimal anzupassen.
Was war Ihr dringendstes Bedürfnis, im Neubau umzusetzen? Und wie profitieren Sie und Ihre Patienten jetzt davon?
Der wesentliche Grund für die Genehmigung der Neubaumaßnahmen war die enorme Zunahme an sonographischen und endoskopischen Untersuchungen in den zurückliegenden Jahren, die in den bisherigen beengten Räumlichkeiten nicht mehr zu bewältigen waren. Mit dem Neubau sollten aber nicht nur die verfügbaren Flächen vergrößert und die technische Ausstattung modernisiert werden, sondern vor allem auch die Prozessabläufe in der Patientenversorgung von der Aufnahme der Patienten in den Untersuchungsbereich bis zu deren Entlassung unter Einbeziehung der Digitalisierung optimiert werden. Außerdem wurde besonderer Wert auf die Gewährleistung einer höchst möglichen Patientensicherheit durch Optimierung der Patientenüberwachung vor, während und nach der Untersuchung sowie höchst möglicher hygienischer Standards durch Konzeption eines neuen Aufbereitungsbereiches mit IT-gestützter Steuerung der automatisierten Waschsysteme und modernen Trocken- und Lagerungsschränke gelegt.
Auch die Arbeitsbedingungen für das medizinische Team sollten grundlegend verbessert werden. Eine durchdachte Raumstruktur, digitale Dokumentationssysteme und eigens angefertigte, höhenverstellbare Arbeitsplätze machen die Arbeit nicht nur effizienter, sondern auch schonender. Die ergonomischen Lösungen im Aufbereitungsbereich sind derzeit einzigartig in Deutschland. Eine hohe Zufriedenheit und Wertschätzung der Mitarbeiter ist eine wichtige Basis für eine optimale Patientenversorgung.
Die neu konzipierte Funktionsabteilung sollte nach den Vorstellungen der Geschäftsführung ausreichend Reserven vorhalten, um weiter steigende Patientenzahlen, zu erwartende Neuentwicklungen in der Sonographie und Endoskopie sowie insbesondere auch neue Versorgungswege in Folge der anstehenden gesundheitspolitischen Veränderungen in den nächsten Jahren möglichst gut umsetzen zu können.
Zu Beginn unserer Planungen war bereits absehbar, dass die anstehenden gesundheitspolitischen Entwicklungen einerseits Druck auf die Kliniken ausüben, bisher stationär durchgeführte Leistungen ambulant erbringen zu müssen und andererseits Möglichkeiten für die Kliniken bieten, mehr ambulante Leistungen als bisher erbringen zu können.
Unsere Endoskopie-Abteilung, die nahe am Eingang des Klinikums lokalisiert ist, wurde daher mit einem großen, freundlich gestalteten Anmelde- und Wartebereich ausgestattet. Von diesem Wartebereich aus wird der Patient in die Umkleide und dann in den Überwachungsbereich begleitet, in dem er sich auf die für ihn reservierte Untersuchungsliege legen kann. Nach erneuter Patientenidentifikation wird bereits im Überwachungsbereich das Monitoring initialisiert, mit der zentralen Monitoranlage gekoppelt und ein venöser Zugang angelegt. Aus dem Überwachungsbereich wird der Patient auf der Untersuchungsliege mit angelegtem Monitoring in den Untersuchungsraum gefahren, so dass unmittelbar nach erfolgtem Team-Time-out mit der Untersuchung begonnen werden kann. Nach der Untersuchung wird der Patient mit Monitoring wieder in den Aufwachbereich verlegt und nach adäquater Überwachung nach Hause entlassen oder auf Station verlegt. Durch diesen Ablauf wird der Untersuchungsraum nur kurzzeitig belegt und rasch wieder für die nächste Untersuchung verfügbar.
Der Überwachungsbereich nimmt eine zentrale Rolle in der Steuerung der Prozessabläufe ein. Unser Überwachungsbereich wurde mit 12 Betten relativ groß konzipiert. Nach zehn Monaten Betrieb ist der Überwachungsbereich ausgelastet, da insbesondere die Zahl der ambulanten Eingriffe stark zugenommen hat. Die vorhandene Struktur ermöglicht es, auch Patienten mit längerer Überwachungsdauer beispielsweise nach Hybrid-DRG-Eingriffen von der Aufnahme bis zur Entlassung komplett in der Funktionsabteilung zu versorgen und dadurch Patiententransporte und Bettenkapazitäten auf Stationen einzusparen. Für Aufnahme- und Entlassgespräche mit Patienten und Angehörigen wurde zwischen Warte- und Überwachungsbereich ein separater, freundlich gestalteter Besprechungsraum integriert.
Für die Optimierung der Prozessabläufe war es uns wichtig, die Sonographieräume in die Funktionsabteilung in unmittelbarer Nähe zu den Endoskopieräumen zu lokalisieren, da sehr viele Patienten nacheinander sonographische und endoskopische Untersuchungen erhalten. Dadurch können die Zuteilung der Patienten und auch der Untersucher zu den jeweiligen Untersuchungsräumen, die Ausbildungsmöglichkeiten und auch die Auslastung der Funktionsabteilung optimiert werden.
PDF-Artikel der Zeitschrift Olympus Informiert



