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Gefäßtag am Klinikum Straubing

(29.10.2025)

Gefäßchirurgie am Klinikum Straubing präsentierte sich als umfassender Versorger von Gefäßerkrankungen von der präzisen Diagnostik bis zu modernen Therapien.

Gefäßerkrankungen sind eine Volkskrankheit. Beim Patienteninformationstag am Samstag im Barmherzige Brüder Klinikum St. Elisabeth nahmen die zahlreichen Besucher zwei Hauptbotschaften mit: Bei der Behandlung von Gefäßerkrankungen spielt die Prävention eine immer größere Rolle. Patienten sollten auf einen gesunden Lebensstil und eine ausgewogene Ernährung achten, sich regelmäßig bewegen und das Rauchen vermeiden. Zudem sollte die medikamentöse Therapie des Bluthochdrucks, einer bestehenden Fettstoffwechselstörung und des Diabetes mellitus optimiert werden. Reichen diese Maßnahmen nicht aus, finden Patienten mit Gefäßerkrankungen im Klinikum das komplette Angebot der modernen, interdisziplinär arbeitenden Gefäßmedizin von der Diagnostik bis hin zur Therapie – vor Ort und unter einem Dach. Weite Wege bleiben dem Patienten erspart.

Unter dem Titel „Gefäßgeschichten aus Straubing“ beleuchtete das Team der Gefäßchirurgie um Chefarzt Prof. Dr. Thomas Betz die häufigsten Gefäßerkrankungen und wie dem Patienten geholfen werden kann. Bei der peripheren arteriellen Verschlußkrankheit (pAVK), welche oftmals zur Schaufensterkrankheit (Claudicatio intermittens) und in späteren Stadien zu chronischen nicht heilenden Wunden führt, ist die Gefäßverkalkung (Atherosklerose) der Auslöser. Sie entwickelt sich häufig schleichend und kann alle Gefäße im Körper betreffen. Die neuen Leitlinien rücken bei der Behandlung der Schaufensterkrankheit die konservative Therapie zunehmend in den Fokus. Ein wichtiger Bestandteil ist hierbei das Gehsporttraining unter Anleitung. Dadurch bildet der Körper Umgehungskreisläufe aus und die Gehstrecke verbessert sich automatisch, erläuterte Betz. “Meine Kollegen und ich sind nun dem Vitalsportverein Straubing beigetreten, um mittelfristig eine Gehsportgruppe und Gehtraining in der Region anbieten zu können. Bei fortgeschrittener peripherer arterieller Verschlußkrankheit könne das Team der Gefäßchirurgie die Patienten nach eingehender Beratung mit interventionellen Therapien wie dem Aufdehnen von Engstellen, dem Einsetzen von Gefäßstützen (Stents) oder einer Operation versorgen. „Eine frühzeitige Diagnostik und Therapie verhindere dann die noch viel zu oft durchgeführten Amputationen“, betonte Betz. 

Wie funktioniert moderne Wundbehandlung?

Wie moderne Wundbehandlung in der Gefäßchirurgie funktioniert, brachte Dr. Matthäus Zerdzitzki anhand eines Patienteninterviews den Besuchern näher.“ Oftmals werde bei Patienten mit einer schlecht heilenden Wunde eine Wundbehandlung durchgeführt, ohne die Ursache der Wunde – in den meisten Fällen eine pAVK - zu behandeln“, so Zerdzitzki. Mit einem großen Team von Wundexperten sei man am Klinikum bei der Wundbehandlung sehr gut aufgestellt. Es besteht zudem eine sehr enge Zusammenarbeit mit dem Wundverbund Gäuboden e.V., einem regionalen Zusammenschluß von Kliniken, niedergelassenen Ärzten, Pflegediensten, Sanitätshäusern u.a., welcher regelmäßige Weiterbildungen und Fortbildungen zum Thema Wunde anbietet. Was zu tun ist, wenn der Kopf aufgrund einer Verengung der Halsschlagader nicht mehr richtig durchblutet wird, erläuterte Dr. Christoph Weber. Die Diagnose erfolge in der Regel mit Ultraschall. Bei hochgradigen Engstellen oder Symptomen können eine Operation oder Stent notwendig sein, um einen Schlaganfall zu verhindern. 

Abschließend informierte Prof. Betz über die Behandlung der Aussackung der Hauptschlagader (Aneurysma). Die Behandlung hänge von der Größe, der Lage und dem individuellen Patienten ab und reiche von der konservativen Behandlung bis zu hin zum operativen Eingriff. „Bei kleineren Aneurysmen können eine Anpassung des Lebensstils und blutdrucksenkende Medikamente ausreichen, ergänzt durch regelmäßige Kontrollen“, erläuterte Betz. Wenn eine Operation erforderlich ist, gibt es zwei Hauptmethoden: die offene Operation, bei der die Aorta durch eine Kunststoffprothese ersetzt wird, und die endovaskuläre Therapie, bei der eine Stentprothese minimalinvasiv per Katheter eingeführt wird. Eine Operation werde meist bei einer bestimmten Größe des Aneurysmas (z. B. ab 55mm bei Männern, 50mm bei Frauen, abhängig von der Lage) oder bei schnellem Wachstum empfohlen. 

Unterstützt wurde die Veranstaltung von mehreren Seiten, zu denen Berührungspunkte bestehen: Initiative Organspende Ostbayern, Deutsche Herzstiftung, AOK Bayern, Vital Sportverein Straubing, Wundverbund Gäuboden, Einhorn Apotheke Straubing, Sanitätshaus Zimmermann und Firma Medi.

Klinik für Gefäßchirurgie