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Frauenherzen schlagen anders
Manchmal schlägt es vor Freude ganz aufgeregt, manchmal ist es gebrochen und hoffentlich sitzt es bei jedem am rechten Fleck: das Herz. Obwohl jeder und jede eines hat, gibt es zwischen Männern und Frauen durchaus Unterschiede und diese zu kennen, kann Leben retten.
Darüber sind sich auch die 40 Teilnehmerinnen des Vortrags „Frauenherzen schlagen anders“ einig. Organisiert wurde der Vortrag vom Verein Unternehmerfrauen im Handwerk Straubing (UFH). Über die Gesundheit des Herzens–insbesondere der Frauenherzen–klärt Prof. Dr. Sebastian Maier,
Chefarzt der Inneren Medizin und Kardiologie des Klinikums St. Elisabeth, mit seiner Expertise auf. Das Interesse sei groß gewesen und die verfügbaren Plätze schnell vergeben, freut sich Michéle Flor, Vorsitzende der Unternehmerfrauen. Präsent auch bei der Veranstaltung, Elke Mehr als ehrenamtliche Beauftragte der Deutschen Herzstiftung.
Zunächst führen Prof. Maier und sein Team die Frauen (und einen Mann!) durch die kardiologische Funktionsabteilung und das Herzkatheterlabor. Sie erklären, wie Stents gesetzt werden, dass Herzschrittmacher bei langsam schlagenden Herzen und Defibrillatoren bei niedriger Pumpleistung des Herzens gesetzt werden. Ausführlich demonstrieren sie, wie die Geräte funktionieren und wie sich Arzt und Assistenz vor Röntgenstrahlung während Operationen im Herzkatheterlabor schützen.
Zu Beginn seines Vortrags erklärt der Chefarzt, dass Frauenherzen kleiner und kompakter sind im Vergleich zu Männerherzen. Das wird wieder um durch eine erhöhte Herzschlagfolge ausgeglichen. Die Herzgesundheit wird sowohl von biologischen als auch psychologischen Faktoren, unserer Umwelt und unseres Lebensstils beeinflusst. Frauen haben hier den biologischen Vorteil, dass sie bis zur Menopause durch das Sexualhormon Östrogen vor Herzerkrankungen geschützt sind.
Nun könnte sich Frau zurücklehnen und über diesen Vorteil freuen. Doch nach wie vor sind Frauen in Studien rund um das Herz stark unterrepräsentiert und Symptome werden teilweise von Betroffenen und Medizinern falsch eingeschätzt. Daher ist es wichtig, und da sind sich die Teilnehmerinnen und Prof. Dr. Maier einig, Risikofaktoren und Symptome zuerkennen. Allgemein lässt sich sagen, so der Chefarzt, dass Faktoren wie Rauchen, ungesunde Ernährung oder wenig Bewegung sowohl für die Gesundheit von Männer- und Frauenherzen gleichermaßen schlecht sind.
Dennoch gibt es für verschiedene Herzerkrankungen Risikofaktoren und Symptome, auf die besonders Frauen achten sollten. Bluthochdruck, gefolgt von Diabetes und Übergewicht, sind für Frauen die häufigsten Ursachen von Herz schwäche (bei Männern: Koronare Herzerkrankungen, gefolgt von Bluthochdruck und Diabetes). Zudem leiden Frauen häufiger an der sogenannten diastolischen Herzschwäche, die sich auch durch erhöhten Blutdruck, Kurzatmigkeit und Erschöpfung zeigt. Ein vierfach erhöhtes Herzinfarktrisiko haben insbesondere Raucherinnen und Frauen, die die Pille als Verhütungsmittel einnehmen. Bei Diabetikerinnen liegt das Risiko sogar um ein Sechsfaches höher (Diabetiker: vierfacherhöht). Die Symptome eines Herzinfarkts sind bei Frauen oft untypischer und zeigen sich zum Beispiel durch ein Druckgefühl im Brustbereich, Übelkeit, starke Rückenschmerzen und Atemnot.
Quelle: Alena Biedermann, Straubinger Tagblatt vom 04.05.2026

