Medien
Erster pPOCUS-Kurs für Notfallsanitäter im Klinikum Straubing
Teilnehmende und Instruktoren des Premierenkurses pPOCUS in Straubing: Vorne links Dr. Thomas Irlbeck, hinten links Alexandra Marquardt, Dr. Kristina Graf (vorne 5.v.l.), Dr. Johannes Mickler (hinten 5.v.r.), Dr. Paul Schubert (hinten 4.v.r.) und PD Dr. Roland Tomasi (vorne rechts). Insgesamt 20 Notfallsanitäter und HEMS-Crew-Mitglieder trainierten praxisnah lebensrettende Ultraschalltechniken.
Kursleitung und Instruktoren beim ersten pPOCUS-Kurs in Straubing (v.l.): Dr. Klaus Hoffmann, Dr. Johannes Mickler, PD Dr. Roland Tomasi, Chefarzt Prof. Dr. Matthias Jacob, Dr. Kristina Graf, Dr. Thomas Irlbeck sowie (nicht im Bild) Dr. Paul Schubert und Alexandra Marquardt führten Notfallsanitäter praxisnah in den präklinischen Ultraschall ein.
Am Klinikum St. Elisabeth Straubing fand erstmals ein pPOCUS-Kurs („prehospital Point-of-Care Ultrasound“) für Notfallsanitäter statt – ein bedeutender Meilenstein für die präklinische Notfallmedizin in Ostbayern. pPOCUS bezeichnet Ultraschalluntersuchungen direkt am Einsatzort, also noch bevor der Patient im Krankenhaus ankommt. Dadurch können lebenswichtige Diagnosen deutlich früher gestellt werden. Organisiert wurde der Kurs von der Klinik für Anästhesiologie, Operative Intensivmedizin und Schmerzmedizin unter Chefarzt Prof. Dr. Matthias Jacob. Kursleiter Dr. Thomas Irlbeck, Oberarzt und erfahrener Instruktor DEGUM-zertifizierter Ultraschallkurse, setzt sich seit Jahren dafür ein, Ultraschallkompetenz auch im Rettungsdienst zu etablieren. Er betont, dass Notfallsanitäter mit pPOCUS noch vor dem Eintreffen des Notarztes innere Blutungen oder Lungenverletzungen erkennen können – Erkenntnisse, die das weitere Vorgehen entscheidend beeinflussen und Leben retten können.
Hightech trifft Praxis
Insgesamt 20 Teilnehmende – 17 Notfallsanitäter des BRK-Kreisverbands Regensburg und drei HEMS-Crew-Mitglieder des ADAC-Rettungshubschraubers Christoph 15 – nahmen an dem Kurs teil. Nach einem kurzen Theorieblock folgten intensive Praxiseinheiten an vier Stationen. Hier arbeiteten die Teilnehmenden sowohl mit realen Probanden als auch mit dem Ultraschallsimulator „BodyWorks EVE“, der verschiedene krankhafte Befunde äußerst realitätsnah darstellen kann. Geschult wurden unter anderem die E-FAST-Untersuchung, ein schneller Ultraschall-Check zum Erkennen freier Flüssigkeit im Bauch- oder Brustraum, was häufig auf innere Blutungen hindeutet, sowie die Pleurasonographie, mit der ein Pneumothorax – also eine eingetretene Lunge, bei der Luft zwischen Lunge und Brustwand gelangt – diagnostiziert werden kann. Ebenso trainierten die Teilnehmenden gastralen Ultraschall zur Einschätzung des Aspirationsrisikos, also der Gefahr, dass Mageninhalt in die Lunge gelangt, sowie ultraschallgeführte Gefäßpunktionen an Gelmodellen. Dabei kamen sowohl klinische High-End-Ultraschallgeräte als auch handliche mobile Systeme zum Einsatz. Aufgrund des großen Interesses ist bereits ein weiterer Kurs für Januar 2026 geplant.
Ein starkes Signal für die Region
Unterstützt wurde Dr. Irlbeck von einem erfahrenen Instruktorenteam, dem Dr. Kristina Graf, Dr. Johannes Mickler, Dr. Paul Schubert und Alexandra Marquardt vom Barmherzige Brüder Klinikum St. Elisabeth Straubing sowie PD Dr. Roland Tomasi, Geschäftsführender Oberarzt der Anästhesiologie am LMU Klinikum München, Campus Großhadern, angehörten. Mit dieser Initiative setzt das Klinikum St. Elisabeth ein deutliches Zeichen für Innovation und interdisziplinäre Zusammenarbeit. pPOCUS hat das Potenzial, die präklinische Versorgung in Bayern nachhaltig zu verbessern – und Straubing nimmt dabei eine führende Rolle ein.
Klinik für Anästhesiologie, Operative Intensivmedizin und Schmerzmedizin



