Karriere
Internationaler Tag der Pflege: Erinnerung an Florence Nightingale und Würdigung der Arbeit von Pflegemitarbeitenden
Geboren am 12. Mai 1820 in Florenz, steht ihr Name bis heute für Professionalität, Engagement und Menschlichkeit in der Pflege. Ihr Geburtstag würdigt zugleich die unverzichtbare Arbeit von Pflegekräften weltweit und lenkt den Blick auf die Bedeutung dieses anspruchsvollen Berufsstandes.
Passend zu diesem Anlass führte JoGo ein Interview mit einer „waschechten“ Florence, aktuell Auszubildende im zweiten Jahr zur Pflegefachfrau an unserer Berufsfachschule für Pflege und Krankenpflegehilfe.
Redaktion: Florence, Sie tragen einen schönen und im Zusammenhang mit der Pflege bedeutsamen Vornamen. Wie sind Sie bisher damit durchs Leben gegangen? Welche Erfahrungen haben Sie gemacht und möchten Sie uns etwas über sich erzählen?
Florence: Gerne! Ich bin Florence, 35 Jahre alt und komme ursprünglich aus Kenia. Seit sechs Jahren arbeite ich am Klinikum St. Elisabeth und befinde mich aktuell im zweiten Ausbildungsjahr zur Pflegefachfrau. Auch wenn die Ausbildung viel Einsatz verlangt, macht sie mir große Freude – und ich bin sehr froh, diesen Weg eingeschlagen zu haben.
Was ich bisher zu meinem Vornamen festgestellt habe: In meinem Umfeld gibt es nicht viele Menschen mit dem gleichen Vornamen. Viele haben Schwierigkeiten, ihn richtig auszusprechen – besonders ältere Menschen. Deshalb habe ich im Laufe der Zeit die ein oder andere Variante meines Namens gehört oder wurde oft einfach anders genannt. Je nach Situation benutze ich deshalb entweder meinen vollständigen Namen oder eine kürzere Version. Eine interessante Erfahrung mache ich auch unterwegs: Wenn ich meinen Namen nenne, merke ich sofort, ob jemand aus dem medizinischen Bereich kommt. Häufig höre ich dann mit einem kleinen Lächeln: „Ah, wie die Nightingale.“ Ich mag meinen Namen sehr, weil er etwas Besonderes ist und nicht so häufig vorkommt. Er macht mich ein Stück weit einzigartig und komme ich oft leicht mit Menschen ins Gespräch. Er ist irgendwie ein kleiner Eisbrecher und sorgt häufig für neugierige Fragen oder lustige Momente. Ich finde es schön, einen eher seltenen Namen zu haben, da er in Erinnerung bleibt und meine Persönlichkeit widerspiegelt.
Redaktion: Wie sind Sie zur Pflege gekommen und was begeistert Sie an diesem Beruf?
Florence: Ursprünglich habe ich eine Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten absolviert – das war mein Einstieg in den Gesundheitsbereich. Mit der Zeit habe ich gemerkt, dass mir etwas fehlt: Ich wollte intensiver mit Patientinnen und Patienten arbeiten, sie enger begleiten und mehr Verantwortung übernehmen. Besonders motiviert hat mich auch das breite Spektrum an Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten in der Pflege.
Mich begeistert vor allem die direkte Arbeit mit den Menschen: sie zu unterstützen, zu beraten und auf ihrem Weg der Genesung zu begleiten. Dabei ist es wichtig, individuelle Bedürfnisse zu erkennen und eine bestmögliche Versorgung sicherzustellen. Gleichzeitig lege ich großen Wert darauf, fachlich immer auf dem neuesten Stand zu bleiben.
Redaktion: Welche Wünsche haben Sie für Ihre berufliche Zukunft und den Pflegealltag?
Florence: Ich wünsche mir, dass Pflegekräfte – wo möglich – stärker in Entscheidungen einbezogen werden. Durch die tägliche Arbeit mit den Patientinnen und Patienten verfügen viele Kolleginnen und Kollegen über wertvolle Erfahrungen und Wissen. Außerdem wäre es schön, wenn der Pflegeberuf insgesamt noch mehr gesellschaftliche Anerkennung erfährt – wobei ich das Gefühl habe, dass sich hier bereits einiges getan hat, besonders bei der jüngeren Generation.
Ein besserer Personalschlüssel wäre natürlich auch wünschenswert (lacht). Im Alltag würde ich mir vor allem mehr Zeit für die direkte Pflege am Menschen wünschen – ohne den ständigen Zeitdruck durch zusätzliche Aufgaben wie Dokumentation, die natürlich ebenfalls wichtig sind.
Redaktion: Haben Sie schon eine Vorstellung in welchem Bereich Sie nach Ihrer Ausbildung arbeiten möchten?
Florence: Mein Herz schlägt für das Notfallzentrum. Dort war ich bereits als MFA tätig und habe sehr gute Erfahrungen gemacht. Besonders beeindruckt haben mich die interdisziplinäre Zusammenarbeit auf Augenhöhe und der starke Teamzusammenhalt. Außerdem gefällt mir die Vielfalt an Krankheitsbildern und Situationen – man lernt jeden Tag dazu. Aber auch andere Bereiche wie die Orthopädie, Gefäßchirurgie oder Neurochirurgie finde ich spannend. Zusätzlich möchte ich während meiner Ausbildung Einsätze im IMC-Bereich oder in der Intensivpflege absolvieren.
Der Internationale Tag der Pflege macht deutlich, wie unverzichtbar engagierte und qualifizierte Pflegekräfte für unser Gesundheitswesen sind. Persönlichkeiten wie Florence Nightingale haben den Grundstein für die moderne Pflege gelegt – Menschen wie "unsere" Florence führen dies mit Herz, Kompetenz und großem Einsatz in die Zukunft weiter. Ihnen und allen Pflegemitarbeitenden gilt an diesem Tag ein besonderer Dank.

