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Brigitte Messerschmitt ist seit 1986 bei den Gelben Damen des Klinikums

Zuhören ist die wichtigste Aufgabe

Von Eva Linzmeier Ein weißer Kittel mit einer gelben Blume ist ihr Markenzeichen. Sie sind da für Krankenhauspatienten, die keinen oder nur wenig Besuch erhalten, unterhalten sich mit ihnen oder erledigen kleinere Besorgungen für sie. Heute feiern sie ihr 25-jähriges Jubiläum: die Gelben Damen des Klinikums St. Elisabeth. Brigitte Messerschmitt ist selbst seit 1986 mit Leidenschaft dabei und hat seit 1987 auch die Leitung des Besuchsdienstes inne.

„Wir sind insgesamt elf Frauen und viele sind schon über 20 Jahre dabei", erzählt sie. Die Motive seien dabei völlig unterschiedlich. Einige seien nach einer eigenen schweren Erkrankung dankbar, dass es ihnen wieder besser geht und wollen das an die Patienten weiter geben. Wieder andere seien durch den Verlust des Partners zum Besuchsdienst gekommen. Brigitte Messerschmitt selbst ist von einem befreundeten Arzt angesprochen worden, ob sie Interesse an der ehrenamtlichen Tätigkeit habe. „Ich war immer berufstätig, aber trotz meiner Arbeit hat mir in meinem Leben stets irgendetwas gefehlt", schildert die 66-Jährige. Ihre Tätigkeit bei den Gelben Damen habe diese Lücke gefüllt.

Dennoch ist laut Brigitte Messerschmitt nicht jeder, der sich für den Besuchsdienst interessiert, auch dafür geeignet. „Viele Frauen haben schon nach ein paar Wochen wieder aufgegeben, weil sie das Leid und die Geschichten der Patienten zu sehr belastet haben", schildert sie. Zuhören gehört nämlich zu den wichtigsten Aufgaben der Gelben Damen. „Wir lassen die Menschen erzählen. Nicht unsere Geschichten stehen im Vordergrund, sondern die der Patienten."

Um das Eis beim ersten Kontakt zu brechen, stellen sich die Damen zunächst vor, fragen die Menschen, wie es ihnen geht und versuchen so, vorsichtig herauszufinden, ob der Kontakt überhaupt erwünscht ist. „Man muss feinfühlig sein, sein Gegenüber genau beobachten und so zu jedem einen ganz eigenen Zugang finden", erklärt die Leiterin der Gelben Damen. Einige der Mitglieder hätten heute noch Herzklopfen, wenn sie einen neuen Patienten besuchen, aber das sei meist völlig unbegründet. Die meisten würden sich über den Besuchsdienst freuen. Aber natürlich gibt es auch Gespräche, die frustrierend verlaufen. „Wenn jemand unsere Hilfe nicht will, müssen wir das akzeptieren und dürfen die Ablehnung auf keinen Fall persönlich nehmen", sagt sie.

An einen Patienten erinnert sich die 66-Jährige besonders gerne. Es handelt sich dabei um einen älteren Mann, der im Rollstuhl saß und zu ihr gesagt hat: „Früher, als ich noch laufen konnte, wollte ich oft nicht. Und jetzt wünsche ich mir nichts mehr, als wieder gehen zu können." Das halte sie sich in besonders faulen Momenten immer wieder vor Augen und motiviere sich so zum Weitermachen.

Und auch eine Patientin ist im Gedächtnis von Brigitte Messerschmitt besonders hängen geblieben. „1989 habe ich oft eine Frau besucht, die sehr schwer krank war und von der ich mir sicher war, dass sie nicht mehr lange zu leben hat. Aber sie lebt noch heute und das zeigt mir, dass selbst die schlimmsten Geschichten gut ausgehen können."

Die Menschen, ihre Probleme und Anliegen haben sich laut der 66-Jährigen in den vergangenen 25 Jahren nicht sehr verändert, dafür habe sich die Dauer des Krankenhausaufenthaltes drastisch verkürzt. Früher habe man Patienten oft über Wochen hinweg besucht, heute seien die meisten nur noch ein paar Tage im Klinikum.

Den Besuchsdienst gibt es in Deutschland schon seit 1969. Damals wurde dieses Ehrenamt als evangelische Krankenhaushilfe von Brigitte Schröder, der Gattin des früheren Bundeskanzlers Gerhard Schröder ins Leben gerufen. Sie hatte die amerikanischen „pink ladies" zum Vorbild genommen und war damit Auslöser für eine beispiellose Welle der ehrenamtlichen Hilfsbereitschaft.

Die Gelben Damen des Klinikums St. Elisabeth können heute stolz auf 25 Jahre Dienst am Patienten zurückblicken und haben auch in der Zukunft noch viel vor: „Wir wollen das Krankenhaus weiter menschlich erhalten und den Patienten ihren Aufenthalt erleichtern", verspricht Brigitte Messerschmitt. (Quelle: SR-Tagblatt)

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