Ursache Rauchen
Häufigkeit und Risikofaktoren
Rauchen als wichtigste Ursache
Tabakkonsum ist die wichtigste Ursache für die Entstehung des Urothelkarzinoms. Die eingeatmeten Giftstoffe schädigen nämlich nicht nur direkt das Lungengewebe und verursachen Lungenkrebs (Bronchialkarzinom) sondern gelangen über das Blut in die Nieren, welche für die Ausscheidung der giftigen chemischen Verbindungen aus dem Körper sorgen. Dabei werden die schädlichen Abbauprodukte (2-Naphtylamin, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) im Urin stark angereichert und schaden dem Gewebe, mit dem dieser in Kontakt kommt - die Blase als Harnspeicherorgan ist daher besonders von diesen Folgen des Rauchens betroffen. Es gilt in 30-50% der Fälle als Mitverursacher. Aus der klinischen Erfahrung lässt sich ganz klar sagen, dass wir kaum Patienten mit fortgeschrittenem Blasenkrebs behandeln, die nicht rauchen oder über Jahre hinweg geraucht haben. Hierbei ist es wichtig zu wissen, dass die Zeit zwischen der Einwirkung der Giftstoffe und der Entwicklung eines Karzinoms 10-40 Jahre betragen kann. Erreicht das Gefäßsystem eines Rauchers der es schafft damit aufzuhören etwa nach 5 Jahren wieder den Stand eines Nichtrauchers, gilt dies für die krebsauslösende Wirkung nicht: Das Lungen- und Blasenkrebsrisiko bleibt zeitlebens erhöht!
Auch bei langjährigem Kontakt mit Substanzen, die in der Textil-, Leder- oder Farbindustrie verwendet werden, steigt das Erkrankungsrisiko. In solchen Fällen kann eine Berufskrankheit vorliegen. Auch bestimmte Medikamente, chronische Entzündungen und Infektionskrankheiten (Bilharziose) fördern die Krebsentstehung in der Harnblase.
Risikofaktoren für die Entwicklung eines Urothelkarzinoms:
- Rauchen
- Medikamente (Phenacetin, Cyclophosphamid)
- Aromatische Amine: 2-Naphtylamin, Benzidin, 4-Aminobiphenyl, Dichlorbenzidin, Orthodianisidin, Orthotolidin, Auramin, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe
- Färben der Haare (daher mögliche Berufskrankheit bei Friseuren)
- Chronischer Infekt, Steinleiden, Fremdkörper (Katheterableitung)
- Bilharziose
- Vorangegangene Chemotherapie oder Bestrahlung
- Arsen im Trinkwasser (deutlich nachweisbare Risikounterschiede in Regionen mit unterschiedlich belasteter Trinkwasserversorgung)
- Balkannephropathie, chronisch interstitielle Nephritis
Gefährdete Berufsgruppen
- Farbindustrie, gummiverarbeitende Industrie
- Kunststoffindustrie
- Friseure
- Kammerjäger
- Laboratoriumsangestellte
- Textilindustrie
- Druckindustrie
- Aluminiumindustrie
- Gasproduktion in der Kohleindustrie







