High-Tech-Operationssystem „da Vinci“ am Klinikum St. Elisabeth Straubing
Prostata-Zentrum im Klinikum St. Elisabeth Straubing gegründet
Prostatakrebskranke kommen bis aus Athen
Chefarzt Dr. Gilfrich: Bevorzugte OP-Art für Patienten - Gütesiegel für Prostatakrebszentrum
High-Tech im Operationssaal: Seit Anfang 2008 gibt es das Hochtechnologie-Operationssystem „da Vinci"® am Klinikum St. Elisabeth. Operateur Dr. Christian Gilfrich, Chefarzt der Urologischen Klinik, steuert von einer Konsole aus millimetergenau die Roboterarme mit den OP-Instrumenten. Gilfrich verfügt in Deutschland über die längste Erfahrung auf dem Gebiet computerunterstützter Prostata-Operationen. Sein Fazit: „Ich bin überzeugt, dass da Vinci für den Patienten die beste Option ist."
Das Straubinger Klinikum war das elfte in Deutschland und das zweite in Bayern, das mit da Vinci arbeitet. Hauptsächliche Nutzung sei die radikale Prostata-Operation, sagt der Chefarzt. Mittlerweile führt er jährlich über 60 radikale Prostata-Operationen durch, Tendenz steigend. Die Patienten kommen von weit her, auch aus dem Ausland. „Kürzlich operierte ich einen Mann aus Athen", sagt der gefragte Chefarzt.
Gilfrich führt da Vinci-Operationen seit 2004 - damals an der Uni Heidelberg - durch. Er ist Ausbilder von Operateuren im In- und Ausland: Rumänien, Italien, Griechenland, mittlerer Osten und Katar, ein Staat am persischen Golf. Auch den am Klinikum St. Elisabeth tätigen Dr. Alexander Neimark, Leitender Oberarzt in der Gynäkologie, bildete er für da Vinci-Operationen aus.
Gilfrich beschreibt das da Vinci-System, das aus Amerika kommt, als „computerunterstützte Technik für extrem präzise Operationen mittels Schlüssellochchirurgie". Der Operateur sitzt ein paar Schritte weg vom Operationstisch an seinem Computerarbeitsplatz. Von hier aus steuert er die Roboterarme mit den Instrumenten. „Sie sind beweglicher als Hände und zittern nicht." Die Instrumente werden vorher über kleine Schnitte in das Innere des Körpers eingebracht.
Dank Kameras sieht der Chirurg das Operationsgebiet in bis zu zehnfacher Vergrößerung in 3D-Darstellung. Erhöhte Präzision und exaktere Bewegungen schonen das Gewebe des Patienten. Nach Aussage von Gilfrich verliert der Patient weniger Blut und hat nach der Operation weniger Schmerzen. Bessere Ergebnisse bei Kontinenz und Potenz sowie schnellere Genesung zählen zu weiteren Vorteilen von da Vinci-Operationen.
Hand in Hand mit der Einführung von da Vinci in der Urologie ging die Bildung eines Prostatakrebszentrums (PKZ). „Die verschiedenen Fachgebiete rückten zusammen und diskutierten gemeinsam intensiv," erinnert Gilfrich an die Vorbereitungen für das PKZ. Wöchentliche Konferenzen zwischen Urologen und Strahlentherapeuten wurden ebenso eingerichtet wie wöchentliche Tumorkonferenzen, bei denen über die optimale Therapie für Patienten entschieden wird.
Als weiteren wesentlichen Punkt auf dem Weg zum Prostatakrebszentrum nennt Gilfrich die intensivierte Qualitätserfassung. Neuerdings werden Patientendaten nach der Prostata-Operation fünf Jahre lang anhand von Fragebögen erhoben. Das Straubinger PKZ arbeitet bei der Dokumentation von Tumorerkrankungen mit dem Verein Tumorzentrum Regensburg zusammen.
Fachliche Anforderungen an Ausstattung mit Apparaten und Personal, bezüglich Erfahrung des Operateurs und Anzahl von Patienten sowie an die Kommunikation der verschiedenen Fachgebiete wie Urologie, Strahlentherapie, Radiologie und Onkologie zogen strukturelle Veränderungen nach sich. Diese wiederum gipfelten nun in der Zertifizierung des neuen Prostatakrebszentrums. Experten der Deutschen Krebsgesellschaft und des TÜV Süd bestätigten dem PKZ im Klinikum, strenge Qualitätsindikatoren einzuhalten und die Voraussetzungen für DIN EN ISO und OnkoZert zu erfüllen. -urs-









