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Oberflächlicher Blasentumor

Beschränkt sich die Tumorausdehnung auf die innere Auskleidung der Harnblase, spricht man vom oberflächlichen Blasenkrebs. Diese Stadien können in der Regel durch endoskopische Methoden beherrscht werden - also ohne Schnitt mit Hilfe von Spiegelungsverfahren durch die Harnröhre.

Zusätzlich zu den Ergebnissen der bildgebenden Diagnostik hängt das Vorgehen von der feingeweblichen Situation ab. Üblicherweise wird bei Tumorerkrankungen des Urothels zuerst ein endoskopisches Vorgehen gewählt (Operation mit Spiegelinstrumenten). Hierbei kann, je nach Befund, entweder probeweise Gewebe entnommen (Biopsie) oder der ganze Tumor entfernt werden (Resektion).

Entscheidet man sich zur örtlichen Therapie, so ist das Ziel der Erhalt der Harnblase bei gleichzeitiger Kontrolle des Krebsbefundes. ‚Kontrolle‘ ist hier in zweierlei Hinsicht zu verstehen: Zum einen möchte man bösartige Zellen daran hindern, sich im Körper zu verbreiten. Hierzu begrenzt man die Tumorausbreitung durch möglichst vollständige Entfernung  und abhängig vom Grad der Entartung durch direkt in die Blase eingebrachte Chemotherapie. Bei diesem Vorgehen ist aber auch das regelmäßige, zu Beginn 3-monatliche Kontrollieren der Situation in der Blase von allergrößter Wichtigkeit. Zu diesen Nachsorgeuntersuchungen gehört das gesamte diagnostische Spektrum.Der Blasenspiegelung kommt hierbei eine besondere Bedeutung zu. Nur durch eine konsequente Tumornachsorge können Rezidive rechtzeitig erkannt und angemessen behandelt werde.

Die Behandlung muss für jeden Patienten individuell geplant werden und hängt von vielen Faktoren ab. Neben dem Grad der Entartung der Tumorzellen und dem allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten hat vor allem die Eindringtiefe des Krebsbefundes in die Blasenwand eine entscheidende Bedeutung. Oberflächliche Urothelkarzinome an geeigneter Stelle können durch eine endoskopische Resektion beseitigt werden. Abhängig vom feingeweblichen Befund (Histologie) muss der Eingriff nach etwa sechs Wochen wiederholt werden, um die vollständige Entfernung sicherzustellen.

Die spezielle Funktion und den Aufbau der Blase kann man sich im Rahmen einer örtlichen Chemotherapie zunutze machen: Als Speicherorgan, bei dem die innere Oberfläche vom Krebs betroffen ist, lässt sich durch Einfüllen von Chemotherapeutika direkt in die Blase eine hervorragende Wirkung auf die bösartigen Zellen bei gleichzeitig sehr guter Verträglichkeit erreichen. Bei kaum einer anderen Krebserkrankung lassen sich die betroffenen Zellen so gezielt angreifen. Systemische Nebenwirkung (z. B. Übelkeit, Erbrechen, Haarausfall) treten hierbei kaum auf.Lediglich eine Reizung der Blase und Blutungen sind gelegentlich zu beobachten. Neben den klassischen Substanzen wie Mitomycin, die besonders die bösartigen Zellen schädigen sollen, steht auch eine sehr gut bekannte immunmodulatorische Behandlungsmethode zur Verfügung (BCG); hierbei wird die körpereigene Abwehr mobilisiert. Insgesamt führen diese Instillationsbehandlungen zum selteneren Wiederauftreten von Urothelkarzinombefunden.

Schwieriger ist eine örtliche und organerhaltende Therapie bei Tumoren des Nierenbeckens und der Harnleiter, da diese Bereiche weniger gut für lokale Behandlungsverfahren und eine effektive Kontrolle zugänglich sind. Solange der Organerhalt für unsere Patienten sinnvoll möglich ist, versuchen wir eine Schnittoperation zu vermeiden. Häufig ist allerdings zur Sicherheit des Patienten eine Entfernung der betroffenen Organe nötig, die in der Urologischen Klinik im Klinikum Straubing in der Regel durch minimal-invasive Operationstechniken (Bauchspiegelungsoperationen) in Kombination mit einem kleinen Schnitt erfolgen kann.

Die zur Verfügung stehenden Behandlungsverfahren müssen stets individuell ausgewählt und kombiniert werden. Eine ausführliche und persönliche Beratung durch einen Facharzt für Urologie ist daher unbedingt notwendig.

 

 

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