Mit heißer Nadel Lebertumor beseitigen
Neue schonende Behandlungsmethode am Klinikum St. Elisabeth Straubing
Ein Tumor in der Leber bedeutete bisher meist eine große Operation - oft in Kombination mit Chemotherapie. Seit wenigen Wochen wird am Klinikum St. Elisabeth eine neue, im Vergleich zu einer OP deutlich schonendere Behandlung angeboten: Tumorgewebe wird einfach „verkocht". Im Fachjargon heißt das Verfahren Radiofrequenzthermoablation (RFTA).
Tumore in der Leber können in vielen Fällen geheilt werden, egal ob sie als Metastasen anderer Tumore wie Darmkrebs auftreten oder von der Leber selbst ausgehen (Leberkrebs). Hinter RFTA verbirgt sich ein weniger belastendes Verfahren, bei dem durch lokale Hitzewirkung Tumorgewebe unter weit gehender Schonung des umgebenden Lebergewebes zerstört werden kann.
Unter computertomografisch (im CT) oder sonografisch (Ultraschall) gestützter Steuerung wird die wenige Millimeter dicke spezielle RFTA-Nadel entweder in örtlicher Betäubung oder in Narkose durch die Haut direkt in das Zentrum des Tumors platziert. Der spezielle Radiofrequenzgenerator erzeugt einen hoch frequenten Wechselstrom, der im Tumor über diese Sonde eine Temperaturerhöhung von bis zu 125 Grad bewirkt. Das Tumorgewebe wird direkt zerstört.
Oft ist bei einer Operation die komplette Entfernung eines Tumors nicht möglich. Dank der neuen Methode kann der verbleibende Tumor mittels RFTA behandelt werden. „Dadurch können sich die Heilungschancen deutlich verbessern," betont Prof. Dr. Robert Obermaier, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Minimalinvasive Chirurgie.
Die neue Behandlungsmethode wurde vor wenigen Wochen am Klinikum St. Elisabeth erstmals bei einem Krebspatienten im Rahmen einer Operation angewendet. „Die Entfernung der rechten Leberhälfte mit zwei großen Metastasen und die ‘Verkochung‘ der nicht operablen Metastase links verlief ohne Probleme", berichtet Prof. Obermaier. „Erst RFTA machte bei diesem Patienten eine erfolgreiche Behandlung möglich, weil sonst zu viel Lebergewebe verloren gegangen wäre." Der Patient habe sich von dem Eingriff gut erholt und sei wie geplant nach wenigen Tagen nach Hause entlassen worden.
Prof. Obermaier hatte bei seiner früheren Tätigkeit am Universitätsklinikum in Freiburg die Behandlungsmethode RFTA eingeführt und bei vielen Patienten angewandt. Komplikationen seien selten. An lokalen Nebenwirkungen nennt der Chefarzt leichte Schmerzen; durch das Absterben der Tumorzellen könne Fieber entstehen und ein vorübergehender Bluterguss auftreten. Infektionen seien sehr selten.
„Es ist uns wichtig, Krebspatienten mit der ‘RFTA-Therapie‘ von Lebertumoren eine hochmoderne und behutsame Behandlung anzubieten," sagt Klinikums-Geschäftsführer Dr. Christoph Scheu. Die Entscheidung für diese Investition leicht gemacht habe besonders die Möglichkeit des interdisziplinären Ansatzes in der Chirurgie (Prof. Obermaier), der Gastroenterologie (Prof. Dr. Norbert Weigert) und der interventionellen Radiologie (Chefarzt Dr. Hannes Häuser).









