Mehr Komfort für Patienten und Personal
Denn in der Notaufnahme ist jetzt einiges anders als gewohnt. Wir fragten die leitende Ärztin Dr. Anita Malterer und Hubert Langmantl, der die pflegerische Leitung hat, nach ihren Erfahrungen mit dem Alltag in einem monatelangen Provisorium.
Seit November sei die Notaufnahme Baustelle, erinnert sich Dr. Anita Malterer. Bis April dauerte der erste Bauabschnitt, im September soll das Projekt abgeschlossen sein. Finanziert wurde es im Wesentlichen mit 1,6 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket. Der Grund für den Umbau liegt für die Ärztin und den pflegerischen Leiter Hubert Langmantl auf der Hand. Die Notaufnahme sei für ein jährliches Patientenaufkommen von rund 19000 Personen schlicht nicht ausgelegt gewesen. Heutigen Erfahrungen nach kämen 45 Prozent der stationär aufgenommenen Patienten über die Notaufnahme ins Haus. Die Bevölkerung werde älter, viele kleine Krankenhäuser würden als unrentabel geschlossen und insbesondere an Wochenenden und abends sähen viele Bürger die Notaufnahme als erste Anlaufstelle. „Dieses Vertrauen ehrt uns zwar, ist aber auch eine Belastung." Schließlich verschärfe sich dadurch das Problem, dass man es mit Schwerverletzten zu tun habe, aber auch mit Patienten, die nur eine kleine Schnittwunde zu versorgen haben. „Es kann, wenn viel los ist, für letztere zu längeren Wartezeiten kommen."
Man hat auch auf dieses Phänomen reagiert. Es gibt jetzt zwei Eingänge in die Notaufnahme. Einen für Liegendkranke, die mit dem Rettungswagen kommen, einen für gehfähige Patienten und Angehörige. Alle anderen Besucher bittet das Team der Notaufnahme, nur noch über den Haupteingang das Klinikum zu betreten. Irrläufer haben ohnehin keine andere Chance, denn der bisherige Eingang der Notaufnahme dient momentan vor allem als Schleuse für stationär aufgenommene Patienten von der Notaufnahme ins Klinikum.
Noch ein Durchbruch
Ein weiterer Mauerdurchbruch steht noch aus. Die Notaufnahme erhält einen Teil der Räume der physikalischen Therapie dazu, deren Anforderungsprofil sich ebenfalls geändert hat. Dann stehen der Notaufnahme genügend Behandlungsräume zur Verfügung, um Patienten nicht mehr in die jeweiligen Fachbereiche im Haus bringen zu müssen. Die Fachärzte würden bei Bedarf in die Notaufnahme gerufen und fänden dort die Ausstattung für eine spezifische Diagnostik vor, zum Beispiel einen Untersuchungsstuhl für HNO-Patienten.
Improvisation gefragt
Vermieden werde künftig auch, Patienten nachts auf Station zu verlegen. Es stehen in der Notaufnahme künftig ausreichend Zweibett-Zimmer mit Toilette und Waschgelegenheit zur Verfügung. „Es gibt mehr Komfort", so Dr. Malterer. Außerdem sei jedes Bett umfangreich mit Monitor und Überwachungsgeräten ausgestattet.
Die Zimmer werden bereits genutzt, die Untersuchungsräume sind noch in Bau. Bis alles in Betrieb genommen wird, ist Improvisation angesagt, sagen die beiden. Improvisation war in den letzten Monaten ein vielzitiertes Wort. Das gleiche Patienten-Aufkommen musste auf der Hälfte Raum bewältigt werden. Man behalf sich mit Auslagerung von Betten auf den Flur und schuf mit Spanischen Wänden ein Minimum an Privatsphäre. Es gab zwangsläufig längere Wege für das Personal. „Da ist es jetzt schon beträchtlich angenehmer", schmunzelt Dr. Malterer und denkt an den zurückliegenden Baulärm. Verblüfft hat sie, dass die Patienten „mehr Mitleid mit uns hatten als dass es Beschwerden gegeben hätte". Belohnt werde die Geduld aller Beteiligter mit mehr Platz, freundlichem Ambiente, hellen Räumen, personeller Aufstockung und topmoderner medizintechnischer Ausstattung. Gleich bleibt, dass diese Abteilung 365 Tage im Jahr rund um die Uhr geöffnet hat.








