Eröffnung der Strahlentherapie am Klinikum St. Elisabeth Straubing
Zu Chirurgie und Chemotherapie kommt jetzt der einzig noch fehlende Baustein der Tumorbehandlung. Die Einrichtung hat den rechtlichen Status eines Medizinischen Versorgungszentrums. Dadurch wird die Behandlung ambulanter Patienten möglich. Die Barmherzigen Brüder investierten vier Millionen Euro, die durch Mieteinnahmen getilgt werden. Beide Klinikumträger - Barmherzige Brüder und Stadt Straubing - seien bei dieser Investition, die ohne öffentliche Zuschüsse auskommt, einig gewesen, bekräftigten Klinikumgeschäftsführer Peter Lenz und Pater Provinzial Emerich Steigerwald als Hauptgesellschafter vor zahlreichen Gästen aus Medizin, Kommunalpolitik und Wirtschaft. Beide stellten das Einvernehmen mit niedergelassenen Ärzten und umliegenden Kranken-häusern sowie die "vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Stadt" heraus.
Die Reduzierung der Fahrtzeiten für ambulante Patienten und der Wegfall von Transporten stationärer Patienten nannte Frater Emerich einen unschätzbaren Vorteil. Als nächste Investition verwies er auf die Eröffnung einer Palliativstation am Klinikum.
Die Einrichtung einer Strahlentherapie wertete OB Reinhold Perlak als "Bekenntnis der Barmherzigen Brüder zum Standort Straubing". Er nutzte die Gelegenheit, den Elisabethinen für ihr segensreiches Wirken zu danken. Gleichzeitig hielt er den Kritikern einer Übernahme des Klinikums durch die Barmherzigen Brüder angesichts der bisherigen Investitionen vor Augen, dass ihre Befürchtungen völlig unberechtigt gewesen seien. Der Stadt, die nur Minderheitsgesellschafter sei, werde ein Mitspracherecht weit über ihrem Beteiligungswert eingeräumt.
Seit 29 Jahren gebe es eine Strahlentherapie am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder, jetzt mit drei Linearbeschleunigern, rekapitulierte Dr. Michael Allgäuer, Ärztlicher Leiter des Medizinischen Versorungszentrums Barmherzige Brüder Regensburg - Straubing. Insofern sei der "vielgehegte Wunsch" onkologisch tätiger Ärzte auf fruchtbaren Boden gefallen, bei einer Erweiterung an Straubing zu denken. Bei Geräteausfall sei garantiert, dass nach Regensburg ausgewichen werden könne. Für die Krankenkassen hatte Allgäuer "eine frohe Botschaft". Die Strahlentherapie sei trotz High Tech eine der preiswertesten Komponenten der Onkologie. Da die Fahrtkosten oft die Behandlungskosten überstiegen, kämen auf die Kassen deutliche Einsparungen zu. Mut machte Allgäuer den Patienten. Die Strahlentherapie zeichneten heute hohe Präzision, Effizienz und wenig Nebenwirkungen aus. "Die Hälfte kriegen wir gesund." Auch palliativ könne sie viel leisten, Linderung bis hin zur Beschwerdefreiheit.
Fritz Galuschka vom Büro RRP Architekten und Ingenieure München, überreichte Allgäuer einen symbolischen Schlüssel für die neuen Räume. Dieser gab den Schlüssel an Herrn Dr. Christof Schäfer weiter, den leitenden Arzt der Strahlentherapie am Klinikum St. Elisabeth Straubing. Er freute sich, dass das Büro, 30 Jahre nachdem es den Architektenwettbewerb für den Krankenhausneubau gewonnen hat, erneut zum Zug gekommen sei. Als Herausforderungen für die Planer nannte er, viel natürliches Licht in die Räume zu bringen, diese wegen der Strahlung teils mit 2,20 Meter dickem Spezialbeton abzuschotten und dies alles in gerade mal einem guten Jahr Bauzeit. Für Patienten in einer Ausnahmesituation ihres Lebens habe man zudem die Technik in den Hintergrund treten lassen. Als Vorteil wertete Galuschka, dass der Grundwasserschutztrog, in dem das Klinikum fußt, vorausschauend für eine Erweiterung ausgelegt war.
Redaktion: lokal
16. Februar 2008, 00:00:00







