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Klinikum St. Elisabeth Straubing stellte Hygiene extern auf den Prüfstand

Hygiene Saubere Haende Herr Goerlich
Hygienebeauftragter Herr Roman Görlich beim Händedesinfektieren

„Sie sind sehr sehr gut aufgestellt"

Klinikum St. Elisabeth stellte Hygiene extern auf den Prüfstand - Bemühungen lohnend

Multiresistente Keime sorgen immer wieder und gerade aktuell für beunruhigende Schlagzeilen aus der deutschen Krankenhauslandschaft. Das Klinikum St. Elisabeth hat sich seit vielen Jahren das Bemühen um möglichst optimale Hygiene auf die Fahnen geschrieben und jetzt vom Deutschen Beratungszentrum für Hygiene des Universitätsklinikums Freiburg unter die Lupe nehmen lassen. Dr. Verena Hoch hat zwei Tage lang die Abteilungen des Hauses begangen. Gestern stellte sie bei der Klinikkonferenz, die allen Bediensteten vom Arzt bis zur Reinigungskraft offenstand, das Ergebnis vor. „Sie sind sehr sehr gut aufgestellt", so ihr Fazit bei nur geringfügigen Schwachstellen.

Ein „ausgeprägtes Bewusstsein für Hygienestandards" bescheinigte die Ärztin dem Klinikum-Personal und schickte hinterher, allzuviel Routine könne zugleich eine Fehlerquelle darstellen. Allzuviel Routine ist freilich Hygienefachkraft Roman Görlich seit über 20 Jahren auf der Spur. Auf seine Bemühungen, ein engagiertes Team und die Unterstützung durch die Chefetage, führt sie das gute Zeugnis zurück, das sie dem Haus ausstellte. Die Bemühungen um mehr Händehygiene hält sie nicht für eine Bagatelle. Händehygiene sei das billigste Präventionsmedium. Sie sprach von „außergewöhnlich hoher OP-Disziplin", einer hervorragend organisierten und strukturierten Zentralsterilisation, guten Standards auf der Intensivstation. Nur zu gerne wird sie das Klinikum als Vorzeige-Einrichtung bundesweit empfehlen, bekannte Dr. Verena Hoch, die jährlich etwa 60 solcher Begehungen vornimmt.

Der Teufel steckt bekanntlich im Detail. Deshalb hielt sie dem Haus auch mit Verbesserungspotential den Spiegel vor. Sie regte insbesondere bei den Ärzten an, zugunsten optimaler Handhygiene auf Uhr und Ringe zu verzichten, das chirurgische Waschzeremoniell aktuellen Empfehlungen anzugleichen, den Platzmangel in der Personalschleuse der OP-Säle zu beheben, noch mehr Ausbildungsnachweise bei der Endoskopie-Aufbereitung anzupeilen, Tuchabdeckungen von Geräten zu vermeiden und in manchen Bereichen in Reichweite weitere Handdesinfektionsmittel-Spender anzubringen. Für Risikopatienten empfahl sie die Teezubereitung nicht über die ansonsten praktischen Automaten in den Stationsfluren. Das Wasser werde dort nicht heiß genug. Und statt Essen für durch Untersuchungen verspätete Patienten über Stunden aufzuheben, riet sie zu Lunchpaketen.

Das Vorurteil, die frühere Bettenwaschanlage sei hygienischer gewesen als die jetzt praktizierte Reinigung von Hand, wies Dr. Verena Hoch zurück. Die Reinigung von Hand sei sogar effektiver.

Die hauseigene Hygienekommission werde die Ratschläge auswerten und umsetzen, versicherte Klinikums-Geschäftsführer Dr. Chris-toph Scheu. Bereits realisiert ist die Installierung einer zweiten hauptamtlichen Hygienefachkraft. Keime im Trinkwasser oder kontaminierte Infusionsflaschen, die es andernorts gab, ließen aufhorchen und immer wieder nach Lücken fahnden, die das Haus betreffen könnten, so Qualitätsmanagement-Beauftragter Dr. Frank Murphy.

Ein Nullrisiko gebe es dennoch nicht, daraus machte Dr. Verena Hoch kein Hehl. Die individuelle patienteneigene Flora sei nicht zu unterschätzen. Die Antibiotikaresistenz nehme zu durch allzu sorglose Verordnung schon bei geringen Infekten und durch Medikamente in der Tiermast. Die Erreger hätten sich angepasst. „Infektionsschutz im Krankenkaus fängt zuhause an", formulierte Dr. Frank Murphy eine nur auf den ersten Blick überraschende Erkenntnis. Die Werbung preise Desinfektionsmittel als Muss an, was die Entwicklung resistenter Keime aber nur fördere. Dr. Verena Hochs Tipp: Händewaschen nie vergessen. Und zum Eigenschutz und dem der Angehörigen zur Grippeimpfung gehen. Allen Krankenhäusern schreibt sie ins Stammbuch, dass Sparen am Personal auch für die Hygiene Folgen hat. Bei Zeitmangel bleibe als erstes die Händehygiene auf der Strecke.-mon- Quelle: SR-Tagblatt

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