Investieren viel Geld und Arbeit in Hygiene im Klinikum St. Elisabeth Straubing
Drei Fragen an Dr. Christoph Scheu und Prof. Joachim Jehle vom Klinikum St. Elisabeth Straubing. Drei Babys mussten am Mainzer Uniklinikum sterben, weil sie verseuchte Nährlösung bekamen. Inzwischen steht fest: Eine defekte Infusionsflasche, die schon vor der Anlieferung in die Klinik beschädigt war, ist die Quelle der Keimbelastung. Der Vorfall hat eine Diskussion über Hygienestandards an Kliniken in Gang gesetzt. Wir sprachen darüber mit Geschäftsführer Dr. Christoph Scheu und Ärztlichem Direktor Prof. Dr. Joachim Jehle vom Klinikum St. Elisabeth Straubing.
Straubinger Tagblat t : Welchen Aufwand betreibt das Klinikum St. Elisabeth in Sachen Hygiene?
Prof. Dr. Joachim Jehle: Einen sehr hohen. Wir befassen uns seit 1989 intensiv mit dem Thema und beschäftigen seitdem eine eigene Fachkraft für Hygiene. Regelmäßig kommt die Hygiene-Kommission zusammen, der Ärzte und die Geschäftsführung angehören. Diese Kommission folgt den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts. Zusätzlich gibt es Kontrollen durch einen Arzt für Mikrobiologie und einen weiteren Arzt, der Hygieniker ist. Dabei werden zum Beispiel Geschirrspüler für medizinische Instrumente, Sterilisatoren und selbst Lüftungsanlagen und die Putzkolonne untersucht. In der Küche wird von jedem Essen eine Rückstellprobe 14 Tage lang eingefroren. Problemkeime wie MRSA haben wir natürlich ebenfalls im Auge: Alle verdächtigen Patienten werden sorgfältig überprüft, bislang hatten wir auch nur sehr wenige Fälle. Ein relativ einfaches, aber wirksames Mittel gegen Keime ist die Hände- Desinfektion. Deshalb beobachten wir auch den Verbrauch der Desinfektionsmittel.
Haben Sie aus den Vorfällen am Uni-Klinikum Mainz irgendwelche Konsequenzen gezogen, zum Beispiel vorsorglich das Hygiene-System nochmals überprüft?
Dr. Christoph Scheu: Wir verfolgen natürlich die Vorfälle in Mainz und sind noch einmal systematisch unsere Hygiene-Vorkehrungen durchgegangen. Dabei wurde erneut deutlich, dass wir seit Jahren über funktionierende Strukturenverfügen und laufend Tests und Proben durchführen. Wir investieren viel Arbeit, Geld und Personal in Patientensicherheit und Hygiene. Jetzt hat sich wieder einmal herausgestellt, dass dieses Geld gut investiert ist. Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es natürlich nie im Leben, doch für uns hat sich bestätigt:
Mit unserem Weg liegen wir richtig.
Können sich Schwangere, die in Straubing entbinden wollen, also sicher fühlen?
Dr. Christoph Scheu: Das können sie. Gerade in dem Bereich der Geburtshilfe werden systematisch Proben genommen und zum Beispiel alle Oberflächen, auch Böden und Möbel, untersucht. Wir stellen am Klinikum St. Elisabeth Straubing keine eigenen Lösungen - wie etwa Ernährungslösungen - her, sondern beziehen diese von namhaften deutschen Herstellern. Dabei gab es bisher noch nie Qualitätsprobleme.









