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Diagnose Brustkrebs - kein Todesurteil

„Was ist zu tun?" Mediziner informierten beim Gesundheitsvortrag im Foyer der AOK

Als Veranstalter der „Aktion Gesundheit" laden die AOK Straubing, der Ärztliche Kreisverband Straubing, die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) und die Volkshochschule (Vhs) im Rahmen der Vortragsreihe „Der Arzt informiert" nun schon seit 25 Jahren den interessierten Zuhörer kostenlos ein. Auch am Montagabend waren gleich mehrere Mediziner im Foyer der AOK, um zum Thema „Diagnose Brustkrebs - Was ist zu tun?" umfassend Auskunft zu geben. Georg Kagermeier von der AOK freute sich, dass wieder so viele Gäste gekommen waren.

Dr. Carsten Scholz, Chefarzt der Gynäkologie am Klinikum St. Elisabeth, eröffnete den medizinischen Teil zum Thema operative Therapie. Er informierte, dass in Deutschland jährlich 50000 bis 60000 bösartige Brusterkrankungen diagnostiziert werden. Und es sind nicht nur Frauen, die an Brustkrebs erkranken.

Brust kann in vielen Fällen erhalten bleiben. In den letzten Jahren hat es gerade in der Therapie des Mammakarzinom (Brustkrebs) große Fortschritte gegeben. Doch auch wenn viele Frauen heute geheilt werden können, hat die Erkrankung nichts von ihrem Schrecken verloren. Mittlerweile konnte die chirurgische Radikalität bei Brusteingriffen immer weiter zurückgenommen werden. Früher sei die Entfernung der Brustdrüse und die Ausräumung aller Lymphknoten in der Achselhöhle Standard gewesen. Es wurde aber nachgewiesen, dass eine Brusterhaltung in den meisten Fällen möglich ist, ohne dabei Abstriche an der Sicherheit einer Krebsbehandlung machen zu müssen, so der Chefarzt. Nun ist es möglich, auch sogenannten onkoplastischen (rekonstruktiven) Maßnahmen Raum zu geben. Die Deckung des durch die Operation entstandenen Gewebedefektes kann auf verschiedenen Wegen realisiert werden.

Medikamentöse Behandlungen, zu denen die Chemo-, die Antihormon- sowie die Antikörpertherapie zählen, sind den ganzen Körper betreffende Maßnahmen. Das war das Thema von Dr. Matthias Demandt, niedergelassener Onkologe und Internist, der die verschiedenen Therapiemöglichkeiten erläuterte. Er sprach auch über die Begleit- und Folgeerkrankungen der Medikamententherapie wie Blutbildveränderungen, Haarausfall, Übelkeit oder Schleimhautentzündungen. Dabei können die meisten Behandlungen ambulant erfolgen, da die möglichen Nebenwirkungen nicht zuletzt aufgrund der immer effektiver werdenden Unterstützungsmaßnahmen in der Regel sehr moderat sind und keiner stationären Betreuung bedürfen, sagte Dr. Demandt.

Angrenzende Organe werden geschont. Über die Rolle der Strahlentherapie bei Brustkrebs sprach Privatdozent Dr. Christof Schäfer, Leiter der Strahlentherapie am Klinikum St. Elisabeth. Bei jeder brusterhaltenden Behandlung folgt in der Regel eine Nachbestrahlung, die ambulant durchgeführt wird. Die Strahlentherapie gehört neben der Operation und der Chemotherapie zur Standardbehandlung bei Brustkrebs. Im Gegensatz zu früher werden dabei heute hochkomplexe Techniken verwendet, mit denen angrenzende Organe wie Lunge und Herz optimal geschont werden können. Diese Therapie ist ein loko-regionäres Behandlungsverfahren, bei dem mit ionisierenden Strahlen verbliebene Tumorzellen oder kleinste Metastasen abgetötet werden können. Nach Abschluss der Therapie wird zur Wiederherstellung der vollen Leistungsfähigkeit eine Anschlussheilbehandlung empfohlen.

Mit den Möglichkeiten der modernen Medizin könne der Brustkrebs in der heutigen Zeit sehr effektiv behandelt werden, so dass die Patientinnen in den meisten Fällen als geheilt gelten können.-wil-  Quelle: SR-Tagblatt

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