Erweiterung, Sanierung, Strukturverbesserung 1.2. u. 3. Bauabschnitt
Aufgabe der Krankenhaus-Planung
Mit Gründung der Elisabeth-Krankenhaus GmbH Straubing zum 01.01.1974 erfolgte eine betriebliche Zusammenfassung des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder und des Krankenhauses Azlburg der Elisabethinen mit dem Ziel, das Krankenhaus Azlburg der Elisabethinen zu erweitern und zu sanieren und nach Fertigstellung dieser Maßnahme das ehemalige Krankenhaus der Barmherzigen Brüder aufzulösen.
Die Gesamtmaßnahme erhielt die Bezeichnung Erweiterung, Sanierung und Strukturverbesserung Elisabeth Krankenhaus Straubing.
Das neue Krankenhaus der Versorgungsstufe III sollte gemäß Bescheid des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung vom 24.08.1977 485 Betten und 10 Dialyseplätze erhalten. Ziel der Planung war es, unter Berücksichtigung der zahlreichen komplexen Funktionen und notwendigen technischen Einrichtungen ein Gebäude zu schaffen, das in seinem inneren wie äußeren Erscheinungsbild eine Einheit bildet. Technik und Architektur sollten zu einem einheitlichen Ganzen verschmelzen. Für Patientinnen,Patienten, Personal, Angehörige, Besucher und unbeteiligte Passanten sollte ein freundliches Umfeld geschaffen werden.
Von Anfang an, also schon bei einem im Jahre 1973 durchgeführten Plangutachten, war eines der Planungsziele, die Baukörper in der Höhenentwicklung so niedrig zu halten, dass keine Konkurrenzsituationen zu bestehenden Bauten auftreten, vor allem zu den benachbart gelegenen Kirchtürmen von St. Peter. Somit ergab sich eine flächige Lösung, die schon aus Belichtungsgründen stark gegliedert werden musste. Auf diese Weise entstanden die kammartigen Baukörper, sowohl für den Pflege- als auch für den Versorgungs- und Untersuchungsbereich, in überschaubaren Dimensionen.
Nachdem aus vielerlei Gründen die Erweiterung, Sanierung und Strukturverbesserung des Elisabeth-Krankenhauses Ende der 70er Jahre immer wieder verschoben wurde, musste aufgrund der veralteten und dringend erneuerungsbedürftigen Energie- und Wäscheversorgung die Gesamtmaßnahme in mehrere Bauabschnitte geteilt werden. Zwangsläufig ergab sich dadurch die Notwendigkeit, die Energiezentrale mit einer neuen Wäscherei im 1.Bauabschnitt vorzuziehen.
Der 2. Bauabschnitt (Erweiterung) umfasst die gesamte Funktion und einen Großteil der Betten.
Der 3. Bauabschnitt ist die Sanierung des Bestandes, der im wesentlichen Pflegestationen, Krankenpflegeschule und Dialyseabteilung beinhaltet. Eine der vielen Besonderheiten des Baugrundstückes lag darin, dass es nur von einer Seite erschlossen werden konnte: Im Norden liegt die Uferstraße, die wegen ihres übergeordneten Charakters eine Anbindung nicht zuließ. Im Süden ist das Grundstück durch quer liegende Bestandsbauten auf die gesamte Grundstücksbreite abgeriegelt.
Im Westen begrenzt der Allachbach das Baugrundstück als Teil eines öffentlichen innerstädtischen Grünzuges. Es lag somit nahe, zu dieser Seite die Pflegezimmer zu orientieren und die Untersuchungs- und Behandlungsfunktionen zur westlich gelegenen Elisabeth - Straße .Eine weitere Besonderheit ist eine wasserdichte Umschließung des gesamten Krankenhauses, da dieses im Hochwassergebiet der Donau liegt. Der Krankenhausneubau ist in allen Ebenen durch eine "Kernzone" in zwei Hälften geteilt. In der Kernzone liegen die Treppenhäuser die Ver- und Entsorgungsaufzüge mit den zugehörigen Sammelräumen und den Hauptaufzugsknoten. Beidseitig der Kernzone sind Flure als Hauptverteilungsschienen angeordnet die mit dem Altbau verbunden sind. Senkrecht von den Hauptverteilungsschienen laufen Flure die die einzelnen Abteilungen erschließen. Im wesentlichen sind die Pflegezimmer westlich der Kernzone zum Allachbach und zur Peterskirche angeordnet während Untersuchungs- und Behandlungsräume östlich der Kernzone in Richtung Elisabeth-Straße untergebracht sind. Gleichgerichtete Funktionen wurden soweit möglich ebenengleich zusammengefasst und mit den Funktionen der pflegerischen, medizinischen und sonstigen Dienste aus anderen Ebenen verknüpft.
Um das Klinikum St. Elisabeth zu der modernen Einrichtung zu machen, die sie heute ist, wurden insgesamt 310 Millionen Mark investiert. Das Krankenhaus verfügt über eine Bruttogeschoßfläche von 66.857 Quadratmetern. 244.028 Kubikmeter Raum wurden umbaut. Mit der Inbetriebnahme des Neubaus hat das Klinikum seine Leistungsfähigkeit deutlich gesteigert. So ist die Zahl der jährlich stationär behandelten Patienten auf mehr als 17.000 gewachsen, wahrend die durchschnittliche Verweildauer sich binnen weniger Jahre von mehr als elf auf gut neun Tage verkürzt hat. (Stand 1991)






