Das kostbarste Geschenk ist Zeit
25 Jahre Gelbe Damen Ehrenamtliche machen Besorgungen für die Patienten und hören einfach zu
Monsignore Hubert Panhölzl zelebrierte im Kloster Azlburg den Festgottesdienst. Für Brigitte Messerschmitt, die die Gelben Damen seit 1987 leitet, stellt der Besuchsdienst ein Gütesiegel für ein Krankenhaus dar. Der Orden sei dankbar für die großartige Hilfeleistung der letzten 25 Jahre, sagte Frater Eduard Bauer, Provinzsekretär der Barmherzigen Brüder, und richtete ein Vergelt's Gott an die elf Gelben Damen.
Das Ehrenamt werde heute dringender denn je benötigt, betonte auch Dr. Christoph Scheu, Geschäftsführer des Klinikums St. Elisabeth. Die Gelben Damen seien keinesfalls Lückenbüßer, sondern Spezialisten auf ihrem Gebiet, so Dr. Scheu. Ehrenamtliches Engagement bedeute einen wichtigen Mehrwert, stellte Frater Eduard fest. Freiwillige seien keine Zaungäste, sondern beteiligte Mitarbeiter. In ihrem freiwilligen und ehrenamtlichen Dienst erledigten die Gelben Damen vieles für die Patienten, wie Behördengänge, Telefonate oder Besorgungen, listete Frater Eduard auf und bedankte sich für das Engagement mit Blumen und Geschenken.
Jubiläen seien Anlass, um Rück- und Vorschau zu halten, stellte Brigitte Messerschmitt fest, die ihre Ausführungen unter das Motto „Krankenhausbesuchsdienst gestern - heute - morgen" stellte. Der weiße Kittel mit der gelben Blume weise sie nicht nur als Gelbe Damen aus, sondern bedeute auch ein gewisses Zugehörigkeitsgefühl. Dietlinde Hilpert übernahm 1985 die Leitung der Gelben Damen, die bereits 1987 auf Brigitte Messerschmitt - zunächst in Zusammenarbeit mit Ulla Herbst - überging, die sich von Anfang an für diese soziale Tätigkeit begeisterte.
Gespräch im Vordergrund
Damals wie heute seien die Gelben Damen in der Klinik präsent und integriert. Im Vordergrund stehe nach wie vor das Gespräch mit den Patienten und dabei vor allem das Zuhören. Die Gelben Damen arbeiten ehrenamtlich und unentgeltlich und unterliegen natürlich der Schweigepflicht, so Messerschmitt weiter. Das Kostbarste, was ein Mensch verschenken könne, sei seine Zeit, deshalb gebühre der Dank allen, die bisher bei den Gelben Damen gearbeitet hätten.
Der Einstand der Gelben Damen verlief nicht ganz reibungslos, da sie anfänglich von Pflegepersonal und Ärzten doch etwas kritisch beäugt wurden, so Messerschmitt, allerdings war man sich der Unterstützung der Klinikleitung zu jeder Zeit sicher. Der Besuchsdienst spare weder Steuergelder noch entlaste er die Kommunen, sei aber oftmals der ruhende Pol im hektischen Klinikalltag. Insgesamt leistete die elfköpfige Gruppe der Gelben Damen 164 Jahre gemeinsamen Dienst zum Wohl der Patienten. Ein besonderes Dankeschön richtete Brigitte Messerschmitt an alle Gelben Damen, aber auch an Pfarrer Hubert Panhölzl, der ein guter Freund und Berater sei.
„Himmlisches Ärztehaus"
Dr. Marion Maria Ruisinger, Direktorin des Medizinhistorischen Museums Ingolstadt, ließ das Leben von einigen Heiligen des „himmlischen Ärztehauses" in ihrem Festvortrag Revue passieren. An erster Stelle stand Elisabeth von Thüringen, die ein besonderes Herz für Menschen in sozialer Not zeigte. Des Weiteren beleuchtete Dr. Ruisinger das Leben des hl. Blasius, Sebastian, Antonius und der heiligen Appolonia mit interessanten Details. Das Verfahren der Heiligsprechung wurde 1983 von Johannes Paul II. reformiert, der über 400 Personen heiligsprach, wusste Dr. Ruisinger zu berichten. Die Grußwortredner Bürgermeister Hans Lohmeier, MdB Ernst Hinsken, MdL Josef Zellmeier und Bezirkstagsvizepräsident Franz Schedlbauer lobten unisono das soziale Engagement der Gelben Damen, die die ehrenamtlichen Elisabethinen von heute seien.
Brigitte Messerschmitt, Elisabeth Gerhaher, Ursula Deser, Felizitas Probst, Irmgard Kuchler, Helga Rosner, Monika Knott, Emma Foierl, Karin Straus, Sonja Ulrich und Ingeborg Drummer, die sich zwischen 24 und drei Jahren in den Dienst der guten Sache stellen, wurden von Dr. Christoph Scheu und Frater Eduard für ihr Engagement geehrt








